Infineon investiert 1,1 Milliarden Euro in Villach
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 08:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVillach baut Wafer-Produktion aus
- Infineon errichtet am österreichischen Standort Villach eine Fertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter.
- Die Produktion soll erstmals im großen Stil auf 300-Millimeter-Wafern erfolgen.
- Die Investitionen von 1,1 Milliarden Euro laufen über einen Zeitraum bis 2034.
Infineon baut Galliumnitrid-Fertigung in Villach
Infineon errichtet für 1,1 Milliarden Euro eine neue Fertigung am österreichischen Standort Villach. Dort sollen erstmals Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid in großem Stil auf 300-Millimeter-Wafern entstehen.
Produktionsstart Ende kommenden Jahres
Nach Angaben des Konzerns ist der Produktionsstart für Ende kommenden Jahres vorgesehen. Die Investitionen werden sich jedoch über einen Zeitraum bis 2034 erstrecken.
Infineon will dafür bereits vorhandene Reinraum-Kapazitäten am Standort nutzen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Leistungshalbleiter der neuesten Generation auf großen 300-Millimeter-Wafern aus Galliumnitrid.
Einsatz in Rechenzentren und Fahrzeugen
Die Halbleiter werden unter anderem in KI-Rechenzentren, Energieinfrastruktur, Elektromobilität, Robotik und Verbraucherelektronik eingesetzt. Galliumnitrid kann gegenüber herkömmlichen Silizium-Halbleitern schneller schalten und dadurch energieeffizienter arbeiten.
Die größeren Wafer sollen zudem die Produktion effizienter machen. Im Vergleich zu einem 200-Millimeter-Wafer lässt sich nach Angaben von Infineon die 2,3-fache Menge an Chips erzeugen.
Infineons Vorhaben in Villach fällt in eine Phase, in der Halbleiterhersteller ihre Produktionskapazitäten stärker auf energieeffiziente Leistungselektronik ausrichten. Galliumnitrid gilt dabei als Schlüsselmaterial für Anwendungen, bei denen elektrische Energie besonders schnell geschaltet und möglichst verlustarm umgesetzt werden muss.
Die geplante Fertigung verbindet technologische Entwicklung mit einer größeren industriellen Skalierung. Die Produktion auf 300-Millimeter-Wafern soll gegenüber 200-Millimeter-Wafern deutlich mehr Chips pro Wafer ermöglichen. Dadurch können sich die Kosten- und Effizienzvorteile nicht nur auf den einzelnen Baustein, sondern auch auf nachgelagerte Systeme auswirken.
Technologie für wachsenden Energiebedarf
Die Bedeutung reicht über einzelne Elektronikprodukte hinaus. Rechenzentren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigen erhebliche Mengen Strom und leistungsfähige Energieinfrastruktur. Effizientere Leistungshalbleiter können dort ebenso relevant sein wie in Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge, Robotik und industriellen Anlagen.
Für Österreich stärkt die Investition zugleich den Standort Villach als Fertigungs- und Entwicklungszentrum. Weil sich die Ausgaben bis 2034 erstrecken, entsteht die Kapazität schrittweise. Der für Ende des kommenden Jahres geplante Produktionsstart markiert daher den Beginn eines längerfristigen Ausbaus, nicht dessen Abschluss.
