Industrieunfall, Washington

Industrieunfall Washington: Acht Tote nach Tankimploson in Longview

30.05.2026 - 00:39:18 | boerse-global.de

Nach dem Industrieunfall in Washington steigt die Opferzahl auf acht. Die Bergung gestaltet sich wegen gefährlicher Chemikalien schwierig.

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Rettungskräfte bargen die Leichen von sechs weiteren Arbeitern aus den Trümmern der zerstörten Fabrikanlage in Longview. Drei Menschen gelten weiterhin als vermisst – die Behörden gehen davon aus, dass sie ebenfalls tot sind.

Tank implodierte während Schichtwechsel

Das Unglück ereignete sich am Dienstag morgens um 7:15 Uhr Ortszeit im Werk der Nippon Dynawave Packaging, einer Tochtergesellschaft des japanischen Nippon Paper Konzerns. Ein riesiger Industrietank mit einem Fassungsvermögen von 3,4 Millionen Litern war implodiert und anschließend geborsten. Zum Zeitpunkt des Unglücks war der Behälter zu etwa 60 Prozent gefüllt – das entspricht mehr als 1,9 Millionen Litern der hochgefährlichen Chemikalie.

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In dem Tank befand sich sogenannte Weißlauge, ein ätzendes Gemisch aus Natriumhydroxid, Natriumsulfid und Natriumcarbonat, das in der Papierherstellung zum Einsatz kommt. Die Bergungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig: Die Einsatzkräfte müssen nicht nur mit der Gefahr weiterer Einstürze rechnen, sondern auch die Leichen der Opfer vor der Bergung aufwendig dekontaminieren.

Gouverneur Bob Ferguson sprach von der „schlimmsten Industriekatastrophe in der modernen Geschichte Washingtons". Feuerwehrchef Scott Goldstein bestätigte, dass die Behörden keine Überlebenden mehr unter den Vermissten erwarten. Die Rettungsmission wurde offiziell in eine Bergungsaktion umgewandelt.

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Chemikalien gelangten in den Columbia River

Die Umweltbehörde EPA hat ein Spülprogramm für das kontaminierte Deichsystem eingeleitet, um die Chemikalien zu verdünnen. Ein Teil der Weißlauge gelangte in den Columbia River, einen der größten Flüsse Nordamerikas. Die Behörden betonen jedoch, dass Trinkwasser und Luftqualität weiterhin unbedenklich seien. In der Nähe des Unglücksorts wurden etwa ein Dutzend tote Karpfen entdeckt – langfristige Umweltschäden werden nach ersten Erkenntnissen nicht erwartet.

Acht Arbeiter, die den initialen Tankbruch überlebten, wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Die Kleinstadt Longview mit rund 40.000 Einwohnern ist tief getroffen: Viele Familien sind direkt oder indirekt von der holzverarbeitenden Industrie abhängig. Unter den identifizierten Opfern ist Gilbert Bernal, ein langjähriger Mitarbeiter des Werks.

Ursachenforschung läuft

Die US-Behörde für Chemiesicherheit (CSB) hat eine formelle Untersuchung eingeleitet. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Tank zunächst von innen implodierte, bevor er nach außen barst. Die Ermittler konzentrieren sich nun auf die strukturelle Integrität des Behälters und die Sicherheitsprotokolle während des Schichtwechsels – einem besonders kritischen Zeitpunkt im Betriebsablauf.

Ein abschließendes Ergebnis wird in den kommenden Wochen erwartet.

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