Industriestrompreis: Anträge auf Zuschüsse sind ab Dezember 2026 möglich
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um Unternehmen bei der Finanzierung geplanter Investitionen zu unterstützen, starten Wirtschaftskammern und öffentliche Institutionen zum Beginn des vierten Quartals neue Informationsinitiativen. Die Beratungsangebote konzentrieren sich auf steuerlich relevante Anträge und die Erschließung regionaler sowie bundesweiter Fördermittel für Digitalisierung, technische Modernisierung und Klimaschutz.
Regionale Offensive in Unterfranken
Ab Oktober 2026 informiert die Handwerkskammer für Unterfranken mit der Kampagne „Mehr drin für Macher“ über Möglichkeiten der Regionalförderung. Das Angebot richtet sich an Handwerksbetriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen. Im Fokus stehen dabei Investitionen in die technische Ausstattung und Maschinen, aber auch Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Energieeffizienz.
Die Förderungen können demnach sowohl bei Existenzgründungen als auch für die Weiterentwicklung bestehender Betriebe oder im Rahmen einer Unternehmensnachfolge genutzt werden. Voraussetzung für eine Bewilligung ist der Sitz des Unternehmens in der jeweiligen Förderregion. Zudem müssen die entsprechenden Anträge zwingend vor Beginn der geplanten Maßnahmen eingereicht werden. Die Kammer stellt hierfür spezifische Beratungsressourcen zur Verfügung.
Digitalisierungs-Impulse in Niederösterreich
In Niederösterreich wird zum 1. Oktober 2026 das Impulsprogramm „digi4wirtschaft“ neu aufgelegt. Das Land Niederösterreich und die Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) stellen hierfür gemeinsam ein Budget von 2 Mio. Euro bereit, wobei die WKNÖ einen Anteil von 1 Mio. Euro trägt.
Seit dem Bestehen der Initiative wurden bereits über 2.100 Projekte mit einem Volumen von rund 44 Mio. Euro gefördert, was Investitionen von insgesamt über 88 Mio. Euro auslöste.
Unternehmen können pro Projekt Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro beantragen. Das Programm gliedert sich in die drei Säulen Workshop-Angebote unter dem Namen „digi kickstart“, individuelle Beratung sowie die konkrete Projektumsetzung. Hintergrund der Fortführung sind Erhebungen zum Digitalisierungsgrad der heimischen KMU, der zuletzt auf über 66 % gesteigert werden konnte.
Forschungsmittel für Wasserstofftechnologien
Im Bereich der industriellen Innovation hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) am 24. September 2026 einen Förderbescheid über rund 3,2 Mio. Euro übergeben.
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Die Mittel aus dem Bundesprogramm STARK fließen in das Verbundprojekt „H2InnoTec“, an dem das ZeMA, HYDAC, InnoMa sowie die Hochschule Trier beteiligt sind. Ziel des Vorhabens ist der Aufbau einer überregionalen Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien im Saarland.
Dieses Projekt ergänzt das Wasserstoff-Forschungszentrum HyCATT, dessen Aufbau vom Land mit rund 13 Mio. Euro unterstützt wird. Insgesamt stehen dem Saarland aus dem STARK-Programm bis zum Jahr 2038 rund 19,3 Mio. Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.
Unterstützung bei Nachfolge und Gründung
Auch die Unternehmensnachfolge rückt verstärkt in den Fokus der Kammerarbeit. In Brandenburg an der Havel organisieren die Handwerkskammer Potsdam und die IHK Potsdam die 18. NEXXT-NIGHT im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses.
Ziel der Veranstaltung ist der Erfahrungsaustausch, um Fehler bei der Betriebsübergabe zu vermeiden. Der Potsdamer Oberbürgermeister Daniel Keip hob hervor, dass erfolgreiche Nachfolgen maßgeblich zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Wertschöpfung in der Region beitragen.
Zusätzlich bietet der Lotsendienst Potsdam ab dem 6. Oktober 2026 kostenfreie Workshops an. Die Themen reichen von Gründungen mit Migrationsgeschichte über steuerliche Grundlagen und Buchhaltung bis hin zu Marketing-Strategien. Die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Potsdam fungiert seit 2015 als Trägerin dieses Dienstes, der bis Ende Oktober 2028 durch Mittel der EU und des Landes Brandenburg finanziert wird.
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Energie- und Industrieförderung auf Bundesebene
Für energieintensive Industriebetriebe wird ab Dezember 2026 ein Antrag auf Zuschüsse zum Industriestrompreis möglich sein. Die Regelung sieht für das Jahr 2026 vor, dass 50 % des anrechenbaren Stromverbrauchs mit einem Differenzpreis von 37,44 €/MWh gefördert werden können. Unternehmen sind dabei verpflichtet, mindestens 50 % der erhaltenen Basis-Beihilfe in Maßnahmen zur Dekarbonisierung zu reinvestieren.
Parallel dazu sichern private Akteure die Finanzierung der Infrastruktur. Die Energy Partners GmbH schloss eine Portfolio-Rahmenfinanzierung über 22 Mio. Euro mit der Kommunalkredit ab, um Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher an rund 20 Industrie- und Gewerbestandorten in Deutschland zu realisieren. Ein erstes Projekt wird bereits seit Anfang 2026 am Rheinmetall-Standort in Neuss umgesetzt.
Regionale Zuschüsse für Innovation und Landwirtschaft
In den Bundesländern bestehen weiterhin spezifische Programme:
* Hessen: Unternehmen können Zuschüsse von bis zu 50 % beziehungsweise maximal 500.000 Euro für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erhalten.
* Mecklenburg-Vorpommern: Für die Einführung von Künstlicher Intelligenz in KMU mit weniger als 100 Mitarbeitenden stehen Zuschüsse von bis zu 50.000 Euro bereit.
* Niedersachsen: Der Agrarhaushalt für 2027 ist mit 586,8 Mio. Euro veranschlagt.
Für das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) ist eine Aufstockung um 15,5 Mio. Euro für das Jahr 2027 vorgesehen, wobei künftig auch Hagelschutznetze förderfähig sein sollen.
Darüber hinaus bietet die ZVO-Plattform inzwischen Zugang zu rund 200 verschiedenen Förderprogrammen, um die Unübersichtlichkeit der bundesweit insgesamt etwa 2.400 Angebote zu reduzieren.
