Industrieproduktion, Statistisches Bundesamt

Industrieproduktion in Deutschland wächst im September um 0,7 Prozent

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 08:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Fertigung legte im September gegenüber dem Vormonat zu und übertraf damit die Erwartungen. Zugleich fällt der Blick auf August nun deutlich weniger positiv aus, weil Destatis den dortigen Anstieg nach unten korrigierte.

Revision prägt den Monatsvergleich

  • Destatis meldete für September einen saison- und kalenderbereinigten Produktionsanstieg von 0,7 Prozent.
  • Der August-Wert wurde von ursprünglich 2 Prozent auf 1 Prozent Wachstum korrigiert.
  • Gegenüber September des Vorjahres stieg die Fertigung um 0,4 Prozent.
Industrieproduktion in Deutschland: Überraschend weiter gewachsen. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Deutsche Industrie steigert Produktion im September

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im September trotz Einschränkungen durch die Dürre sowie negativer Folgen der Kriege im Iran und in der Ukraine gesteigert. Die Gesamtproduktion nahm im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

August-Wert deutlich nach unten korrigiert

Das Bild wird allerdings durch die Revision des Vormonats getrübt. Für August weist Destatis nun ein Wachstum von 1 Prozent aus, nachdem zunächst ein Plus von 2 Prozent gemeldet worden war.

Jahresvergleich bleibt moderat

Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Fertigung im September 0,4 Prozent höher. Experten hatten im Jahresvergleich mit einem etwas stärkeren Anstieg gerechnet.

Belastungen für die Produktion

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wirkten sich die Dürre sowie die Folgen der Kriege im Iran und in der Ukraine negativ auf die Industrie aus. Der September-Zuwachs erfolgte damit trotz widriger Rahmenbedingungen.

Der Anstieg der Industrieproduktion im September fällt in eine Phase, in der die deutsche Wirtschaft zwischen Erholungssignalen und strukturellem Druck steht. Das Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat zeigt, dass die Fertigung trotz belastender Rahmenbedingungen nicht durchgehend nachgegeben hat. Aussagekräftiger wird der Befund jedoch erst im Zusammenhang mit der Korrektur für August: Das zuvor ausgewiesene Wachstum von 2 Prozent wurde auf 1 Prozent halbiert.

Auftragseingänge als wichtiger Vorlauf

Für die weitere Entwicklung sind neben der Produktion die Bestellungen entscheidend. Nach einem deutlichen Rückgang im August verzeichnete die Industrie im September wieder einen Auftragsschub. Das kann die Aussichten für die kommenden Monate verbessern, sagt aber noch wenig über eine breit angelegte Trendwende aus, weil einzelne Großaufträge die Monatswerte stark bewegen können.

Belastungen bleiben bestehen

Die deutsche Industrie bleibt zugleich von hohen Energie- und Rohstoffkosten, internationalen Handelsrisiken und einer schwachen Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten abhängig. Dürre kann zusätzlich Logistik, Kühlung und einzelne Produktionsprozesse beeinträchtigen. Für Unternehmen und Beschäftigte bedeutet der Septemberwert daher vor allem ein gemischtes Signal: Die Fertigung hält sich, während die revidierten Daten und die geopolitischen Belastungen den Spielraum für eine nachhaltige Erholung begrenzen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Deutsche Industrie verzeichnet Auftragsschwung“ (05.11.2026)

Der Artikel hebt die Erholung der Bestellungen im September nach dem revidierten Rückgang im August hervor. Damit setzt er einen anderen Schwerpunkt als die Produktionsmeldung und lenkt den Blick auf einen möglichen Vorlauf für die Fertigung.

Stern: „Auftragseingang in der Industrie nach Einbruch im August wieder auf Wachstumskurs“ (05.11.2026)

Der Beitrag beschreibt den Rückgang im August und die anschließende Erholung im September. Im Mittelpunkt stehen dabei die starken Schwankungen durch Großaufträge, während die aktuelle Produktionszahl den tatsächlichen Ausstoß misst.

Beide Beiträge betonen eine Verbesserung bei den Bestellungen, machen aber zugleich die hohe Monatsvolatilität sichtbar. Offen bleibt, ob daraus eine breit getragene und dauerhafte Belebung der deutschen Industrie entsteht.

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