Industrieproduktion, Automobilindustrie

Industrieproduktion in Deutschland steigt im September um 0,7 Prozent

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 09:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Fertigung legte im September stärker zu als erwartet. Treiber war vor allem die Autoindustrie, während die nach unten korrigierte Augustzahl die Erholung abschwächt.

Produktionsdaten und Branchenentwicklung

  • Destatis meldete für September einen saison- und kalenderbereinigten Produktionsanstieg von 0,7 Prozent.
  • Die Augustzahl wurde wegen nachgereichter Bauangaben von 2 Prozent auf 1 Prozent Wachstum korrigiert.
  • Auto- und Pharmaindustrie stützten die Fertigung, während Bauproduktion und Maschinenbau zurückgingen.
Industrieproduktion in Deutschland: Überraschend weiter gewachsen. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Deutsche Industrie steigert Produktion im September

Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im September trotz Einschränkungen durch die Dürre und negativer Folgen der Kriege im Iran und in der Ukraine überraschend ausgeweitet. Die Gesamtproduktion stieg im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

August-Wachstum deutlich nach unten revidiert

Der Anstieg im August lag nach der Revision bei 1 Prozent und damit nicht bei den zunächst gemeldeten 2 Prozent. Das Statistische Bundesamt begründete die Korrektur mit ergänzten Angaben von Unternehmen im Baugewerbe aus Umsatzsteuervoranmeldungen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Fertigung im September um 0,4 Prozent. Experten hatten etwas mehr erwartet.

Autoindustrie trägt den Zuwachs

Maßgeblich für die positive Entwicklung war die Automobilindustrie. In den beiden Monaten zuvor hatte ihre Produktion unter anderem wegen Produktionsumstellungen und Werksferien auf niedrigem Niveau gelegen.

Auch die Pharmaindustrie stützte die Gesamtentwicklung nach zwei schwächeren Monaten. Rückläufig waren dagegen die Bauproduktion und die Fertigung im Maschinenbau.

Aufträge als Signal für die nächsten Monate

Für die weitere Entwicklung gelten die Auftragseingänge und der Auftragsbestand als wichtige Größen. Beide zeigten zuletzt eine freundliche Tendenz.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sagte, das Verarbeitende Gewerbe habe insgesamt ausreichend Aufträge, um das deutsche Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Auch aus der Automobilindustrie gebe es wieder positive Nachrichten; Restrukturierungen würden jedoch noch einige Zeit benötigen.

Produktion soll Wachstum stützen

Gitzel erklärte, der gute Auftragseingang im September nähre die Hoffnung, dass die Autohersteller die Talsohle durchschritten hätten. „Die Produktion wird in den kommenden Quartalen das Wirtschaftswachstum in Deutschland stützen“, sagte er.

Die Septemberzahlen zeichnen ein gemischtes Bild der deutschen Industriekonjunktur. Der Produktionsanstieg von 0,7 Prozent fällt in eine Phase, in der die Fertigung zuvor durch Produktionsumstellungen und Werksferien in der Autoindustrie belastet war. Dass gerade dieser Bereich im September wieder zulegte, erklärt einen wesentlichen Teil der überraschenden Erholung.

Für die Bewertung der Entwicklung ist die Revision der Augustzahl entscheidend. Das Wachstum fiel damals mit 1 Prozent deutlich geringer aus als zunächst ausgewiesen. Dadurch ist die Industrieproduktion zwar zwei Monate in Folge gestiegen, die Dynamik erscheint aber weniger kräftig als nach der ursprünglichen Statistik.

Aufträge geben vorsichtig Hoffnung

Ein wichtiger Anhaltspunkt für die kommenden Monate sind die Auftragseingänge. Im September stiegen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe um 4,4 Prozent; ohne Großaufträge betrug das Plus 5,1 Prozent. Die Erholung verteilte sich jedoch nicht gleichmäßig: Die Autoindustrie und der Maschinenbau trugen dazu bei, während andere industrielle Bereiche schwächer blieben.

Für Unternehmen und Beschäftigte bleibt damit die Entwicklung der Nachfrage entscheidend. Ein anhaltender Auftragseingang könnte die Produktion stabilisieren und das Wachstum stützen. Zugleich zeigen die Schwankungen, Revisionen und Sondereffekte, dass einzelne Monatswerte nur begrenzt als Trend gelten können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Auftragseingang in der Industrie nach Einbruch im August wieder auf Wachstumskurs“ (05.11.2026)

Der Beitrag habe den Anstieg der Bestellungen um 4,4 Prozent und das Plus von 5,1 Prozent ohne Großaufträge hervorgehoben. Als Schwerpunkt nenne er die Autoindustrie mit einem Zuwachs von 10,5 Prozent sowie den Maschinenbau; zugleich verweise er auf weiterhin volatile Sondereffekte.

n-tv: „Erholung nach Flaute: Deutsche Industrie verzeichnet Auftragsschwung“ (05.11.2026)

Der Artikel habe ebenfalls den Auftragsschub im September beschrieben, den revidierten Rückgang im August eingeordnet und die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft thematisiert. Anders als der Stern-Beitrag habe er den Iran-Krieg und die gesamtwirtschaftlichen Wachstumserwartungen stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Beide Beiträge hätten die Verbesserung bei den Auftragseingängen bestätigt. Offen bleibe, ob daraus eine länger anhaltende Belebung der Industrie oder nur eine weitere schwankungsreiche Monatsbewegung entstehe.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70468384 |