Deutschland, Automobilindustrie

EU-Nachbarn holen Deutschland beim Spritpreisanstieg ein

27.03.2026 - 04:00:04 | dpa.de

In der ersten Phase des Iran-Krieges verteuerten sich Diesel und Superbenzin hierzulande viel schneller als jenseits der Grenze. Inzwischen ist der Effekt praktisch verschwunden.

Tanken in Polen ist nach wie vor billiger als in Deutschland - doch der Preisanstieg seit Kriegsbeginn ist inzwischen weitgehend identisch. (Archivbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa
Tanken in Polen ist nach wie vor billiger als in Deutschland - doch der Preisanstieg seit Kriegsbeginn ist inzwischen weitgehend identisch. (Archivbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa

Deutschland liegt beim Anstieg der Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges nicht mehr vor seinen direkten EU-Nachbarn. Hatten die deutschen Verbraucher in den ersten Wochen noch deutlich höhere Preissteigerungen als beispielsweise in Belgien, Tschechien oder Polen hinnehmen müssen, liegen diese inzwischen eher im Mittelfeld, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Das gilt wohlgemerkt für die Höhe des Preisanstiegs, nicht für die Preise selbst. Hier zählte Deutschland schon vor Kriegsausbruch eher zu den teureren Ländern und tut dies nach wie vor. 

Die EU-Kommission meldet einmal wöchentlich Spritpreisdaten für alle Mitgliedsländer. Die aktuellsten Werte stammen vom vergangenen Montag, 23. März. Vergleicht man diese mit den Zahlen vom 23. Februar, dem letzten Wert vor Kriegsausbruch, ergeben sich für die EU-Nachbarn - Frankreich ausgenommen - bei Diesel Anstiege zwischen knapp 54 und gut 60 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit 56,4 Cent mitten innerhalb der Spanne. 

Auch bei Superbenzin im Mittelfeld

Bei Superbenzin liegen die Steigerungen zwischen 27 und gut 33 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit knapp 31 Cent ebenfalls im Mittelfeld. Frankreich wurde bei beiden Kraftstoffen nicht berücksichtigt, da es dort inzwischen zusätzliche Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise gibt, was den Vergleich verzerren würde.

Warum die Spritpreise in Deutschland zunächst schneller stiegen als in den Nachbarländern, ist derzeit noch unklar. 

Für die deutsche Politik besonders interessant könnte der Vergleich mit Österreich sein. Die Regelung, Spritpreise nur einmal pro Tag erhöhen zu dürfen, hat sich Deutschland als Vorbild genommen. Dort ist der Preisanstieg bei Superbenzin inzwischen sogar etwas größer als hierzulande, bei Diesel annähernd gleich. Das passt zu Aussagen von Experten, die bezweifeln, dass die einmalige Erhöhung pro Tag sich dämpfend auf die Entwicklung der Spritpreise auswirkt. 

Der Bundestag hat am Donnerstag das von der Regierung vorgeschlagene Maßnahmenpaket als Reaktion auf die starken Spritpreisanstiege angenommen, am Freitag soll es durch den Bundesrat.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos
wirtschaft | 69000780 |

Weitere Meldungen

Behörde: Kein Anhaltspunkt für Tesla-Vorwurf gegen IG Metall. Sein Laptop wird beschlagnahmt. Autobauer Tesla wirft einem Vertreter der IG Metall vor, eine Betriebsratssitzung heimlich mitzuschneiden. (Wirtschaft, 27.03.2026 - 10:55) weiterlesen...

Spritpreise sinken vor Osterferien. Vor allem Diesel ist nicht mehr ganz so teuer. Das könnte sich aber schnell ändern. An den deutschen Tankstellen gibt es kurz vor Beginn der Osterferien eine leichte Entspannung. (Wirtschaft, 27.03.2026 - 10:23) weiterlesen...

Trendwende an der Tankstelle - Spritpreis sinkt. Am Donnerstagmorgen deutet der Trend weiter nach unten. Vor allem Diesel hat sich in den vergangenen beiden Tagen deutlich verbilligt. (Wirtschaft, 26.03.2026 - 09:58) weiterlesen...

Im schlimmsten Fall drohen Engpässe bei Treibstoffen. Ihr Ministerium betont, das sei nur ein Worst-Case-Szenario. Noch gebe es keinen Mangel, sagt Wirtschaftsministerin Reiche - wenn der Konflikt nicht ende, könne es aber im April oder Mai so weit sein. (Wirtschaft, 25.03.2026 - 12:23) weiterlesen...

Verschnaufpause an der Tankstelle: Spritpreise sinken. Damit dreht er knapp unter dem Allzeithoch ab. Am Mittwoch könnte die leichte Entspannung weitergehen. Nach elf Anstiegen in Folge gibt der Dieselpreis erstmals nach. (Wirtschaft, 25.03.2026 - 11:02) weiterlesen...

Umfrage: Interesse an Elektroautos steigt. Der Trend dürfte sich fortsetzen. Doch eine Verbrennungstechnologie ist beliebter, wie eine Umfrage zeigt. Mehr als zwei Millionen Elektroautos sind in Deutschland zugelassen, so viele wie nie zuvor. (Wirtschaft, 25.03.2026 - 05:05) weiterlesen...