Umfrage, Firmen

Umfrage: Firmen bleiben Vielfalt trotz Unsicherheit treu

26.04.2025 - 06:00:41 | dpa.de

In den USA geraten Inklusionsprogramme zunehmend unter Beschuss. Unternehmen in Deutschland halten mehrheitlich an ihren Initiativen fest, wie ein Stimmungsbild der «Charta der Vielfalt» zeigt.

In den USA geraten Diversitätsprogramme zunehmend unter Druck. (Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa
In den USA geraten Diversitätsprogramme zunehmend unter Druck. (Symbolbild) - Foto: Jens Kalaene/dpa

Während US-Unternehmen unter Präsident Donald Trump ihre Diversitätsprogramme zurückfahren, zeichnet eine Schnellumfrage der «Charta der Vielfalt» hierzulande ein anderes Stimmungsbild: 90 Prozent der befragten Unternehmen führen ihre Initiativen für Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) unverändert weiter. 

Nur zwei von insgesamt 100 befragten Organisationen mit jeweils mehr als 1.000 Beschäftigten sprachen von konkreten Kürzungen - vorrangig in Bezug auf Aktivitäten in den USA, wie der Verein der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 

Dort geraten DEI-Programme zunehmend unter Druck: Präsident Donald Trump und seine Regierung führen einen Feldzug gegen solche Initiativen. Sie argumentieren, durch Bevorzugung einiger Bevölkerungsgruppen würden andere wiederum benachteiligt. Viele US-Unternehmen habe ihre Maßnahmen bereits zurückgefahren oder gestrichen - darunter Google, Meta und die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile.

«Vielfalt braucht Orientierung»

Ganz spurlos gehen diese Entwicklungen an deutschen Unternehmen aber nicht vorbei: Einige Unternehmen würden ihre Maßnahmen intern prüfen, andere Sprache und Formulierungen anpassen. «Wir sehen keine Rückzugswelle - aber eine wachsende Unsicherheit in der Kommunikation», sagte Vereinsgeschäftsführer Cawa Younosi.

Besonders gefragt seien Argumentationshilfen, juristische Einordnungen sowie Empfehlungen zur Wortwahl. Viele Unternehmen seien sich ihrer Haltung grundsätzlich sicher, sagte eine Vereinssprecherin. Doch zunehmend entstehe Unsicherheit darüber, wie diese vermittelt werden könne - etwa gegenüber Medien oder in kritischen Gesprächen. «Vielfalt braucht gerade jetzt Orientierung», sagte Younosi.

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