Immobilien-Versteigerung in Rheinberg: Zuschlag ab 140.700 Euro möglich
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 08:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegionale Amtsgerichte setzen regelmäßig Zwangsversteigerungen von Wohn- und Gewerbeimmobilien an, die privaten wie gewerblichen Erwerbern als alternative Bezugsquelle dienen.
Angesichts der Lage am regulären Immobilienmarkt rücken die gerichtlichen Verfahren verstärkt in den Fokus von Investoren und Eigennutzern, da Objekte teils unterhalb des festgesetzten Verkehrswerts zugeschlagen werden können und beim Erwerb im Versteigerungsverfahren keine Makler- oder Notarkosten anfallen.
Angebote an deutschen Gerichten
Am Amtsgericht Dortmund steht im November die Zwangsversteigerung eines Wohnhauses an der Jakobstraße im Stadtteil Eving an. Der Verkehrswert der Liegenschaft wurde auf 24.000 Euro taxiert. Das Gebäude befindet sich laut Gutachten in einem desolaten und unbewohnbaren Zustand, was den niedrigen Schätzwert erklärt.
Das Amtsgericht Rheinberg führt eine Versteigerung für eine denkmalgeschützte Gewerbeeinheit in Alpen durch. Die Liegenschaft auf einem 390 Quadratmeter großen Grundstück umfasst 130,23 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Etagen, ist unterkellert und beinhaltet sieben Wohneinheiten. Das im Jahr 1900 errichtete und 1987 letztmals modernisierte Gebäude wird gastronomisch genutzt und ist vermietet.
Bei einem festgesetzten Verkehrswert von 201.000 Euro ist ein Zuschlag unter bestimmten Bedingungen ab 140.700 Euro möglich. Wie bei gerichtlichen Versteigerungen üblich, fallen für den Meistbietenden keine gesonderten Notar- oder Vermittlungsgebühren an.
Verfahren im europäischen Ausland
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Auch außerhalb Deutschlands greifen Bieter auf gerichtliche Versteigerungen zurück. In Österreich hat das Bezirksgericht Neunkirchen für den 19. November 2026 die Versteigerung eines Einfamilienhauses in Tauchen terminiert.
Der Schätzwert der Liegenschaft beläuft sich auf 101.800 Euro, während das geringste Gebot bei 50.900 Euro liegt. Bietinteressenten müssen vorab ein Vadium in Höhe von 10.180 Euro hinterlegen. Das Verfahren kann bei einer außergerichtlichen Einigung kurzfristig abgesagt werden.
In der italienischen Provinz Pavia setzen die dortigen Gerichte zwischen Ende Oktober und Ende Dezember 2026 zahlreiche Termine für Wohnungen und Häuser an. Die Bandbreite reicht von kleineren Einheiten mit 14 Quadratmetern bis hin zu Objekten mit über 200 Quadratmetern Wohnfläche.
Im polnischen Westpommern veräußern Gerichtsvollzieher Immobilien im Ersttermin ab 75 Prozent des Schätzwertes, im Zweittermin sinkt der Mindestpreis auf 66,6 Prozent. Voraussetzung für die Teilnahme ist dort in der Regel eine Kaution von zehn Prozent des Schätzwertes, wobei Besichtigungen vorab nicht immer möglich sind.
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Rechtliche Schranken bei Vollstreckungen
Dass Zwangsversteigerungen juristischen Grenzen unterliegen, verdeutlicht ein Beschluss des griechischen Staatsrats. Der Sechste Senat des obersten Verwaltungsgerichts entschied, dass eine Familienwohnung zur Begleichung von Forderungen öffentlicher Kassen nicht versteigert werden darf, ohne dass zuvor mildere Maßnahmen zur Schuldeneintreibung geprüft wurden.
Dem Verfahren lag der Fall einer 162 Quadratmeter großen Maisonette-Wohnung in Moschato bei Athen zugrunde, die jeweils zur Hälfte einem Unternehmensgeschäftsführer und dessen Ehefrau gehört. Das zuständige Finanzamt hatte die Immobilie wegen betrieblicher Steuerschulden verwerten wollen.
Das Gericht untersagte den Zugriff und begründete dies mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sowie der verfassungsrechtlich geschützten Menschenwürde. Zugleich stärkte das Urteil die Rechte betroffener Schuldner, die nun in jedem Verfahrensstadium Rechtsbehelfe einlegen können.
