Ikea-Streik: Verdi legt 54 Häuser lahm – 7 Prozent gefordert
18.06.2026 - 16:17:07 | boerse-global.de
Für diesen Freitag hat die Organisation zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen – mit Fokus auf den Möbelkonzern Ikea. Mehr als die Hälfte der 54 deutschen Einrichtungshäuser sollen betroffen sein.
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Sieben Prozent mehr Lohn gefordert
Verdi verlangt eine Lohnsteigerung von 7 Prozent, mindestens aber 225 Euro mehr – bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber bieten dagegen eine Erhöhung um 2 Prozent ab November 2026 sowie weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Die Laufzeit: zwei Jahre.
Die Gewerkschaft wies das Angebot zurück. Bereits die letzten Verhandlungen im Einzelhandel hatten sich über mehr als ein Jahr hingezogen. Der Abschluss für 2023 bis 2025 brachte immerhin 14 Prozent mehr Gehalt.
Ikea erklärte, das Streikrecht zu respektieren. Man versuche aber, die Auswirkungen auf Kunden gering zu halten. Der Handelsverband Deutschland (HDE) betonte, die Unternehmen könnten routiniert mit Streiks umgehen.
Auch Groß- und Außenhandel betroffen
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Bereits am Mittwoch kam es zu koordinierten Aktionen. In Nordrhein-Westfalen bestreikten Beschäftigte erstmals gemeinsam Logistikstandorte – darunter Lager von Edeka und Lekkerland in Oberhausen sowie den Großhändler Metro in Essen. In Essen war es bereits der zweite Streiktag, der Verkaufsmarkt blieb aber geöffnet.
Ziel der Aktionen: der Druck vor der dritten Verhandlungsrunde für den Groß- und Außenhandel in NRW, die heute beginnt. Auch hier fordert Verdi 7 Prozent mehr, mindestens aber 250 Euro – plus 150 Euro für Azubis. Die Gewerkschaft bezeichnet das Arbeitgeberangebot als unzureichend.
Tausende protestieren in Hannover
In Bremen und Niedersachsen legten am Mittwoch ebenfalls Tausende Beschäftigte die Arbeit nieder. Sie folgten dem Aufruf zu einer zentralen Kundgebung in Hannover. Allein im Groß- und Außenhandel der Region sind rund 150.000 Menschen beschäftigt, davon etwa 25.000 im Land Bremen.
Der Arbeitgeberverband Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen (AGA) wies die Forderungen zurück. Die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage schränke den finanziellen Spielraum der Unternehmen ein. Ein Ende des Tarifkonflikts ist derzeit nicht abzusehen.
