Ausfahrts-Schild an einer Autobahn

IG Metall warnt vor Pleitewelle

13.06.2020 - 10:48:17 | ad-hoc-news.de

IG Metall prognostiziert trotz der Corona- Hilfspakete und des Konjunkturpakets aufgrund der Lock-Down-Folgen vermehrte Insolvenzen und fordert weitere Hilfsmaßnahmen.

Ausfahrts-Schild an einer Autobahn - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Ausfahrts-Schild an einer Autobahn - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Die derzeitige Situation der globalen Wirtschaft ist einzigartig. Uns steht eine weltweite Rezession in bisher unbekanntem Ausmaß bevor, warnt Jörg Hofmann, IG-Metallvorsitzender gegenüber dem „Tagesspiegel“. Der deutsche Leitsektor, die Automobilbranche, zeigt sich von den Folgen besonders betroffen. Die durch die Mobilitätswende bereits stark angeschlagenen Zulieferer stehen in einem großen Umfang auf der Kippe.
Der IG-Metall-Vorsitzende verweist auf eine Umfrage seiner Gewerkschaft, die zum Schluss kommt, dass sich aktuell mindestens 270 Automobilzulieferer mit über 80.000 Mitarbeitern in akuter Insolvenzgefahr befinden. Dies ist erst der Anfang, zeigt sich Hofmann überzeugt. Wenn das erste Konjunkturpaket ohne nachhaltige Wirkung bleibt, wird es unseres Erachtens notwendig, über anschließende staatliche Hilfen nachzudenken. Die jetzt verabschiedeten Konjunkturhilfen sind teilweise beeindruckend und ich erwarte eine tiefgreifende Wirkung, aber es gibt Punkte, von deren Wirkung ich nicht überzeugt bin. Allerdings wird es insgesamt nicht ausreichen, um die Folgen abzufedern.
Vor allem die Kaufprämie für Autos sollte nicht an einem Antrieb, sondern an den realen Emissionen der Fahrzeuge orientiert sein. Ein derartige Kaufprämie hätten wir rückhaltlos unterstützt. Die Herabsetzung der Mehrwertsteuer sieht die IG Metall in ihrer Wirkung eher kritisch. Die aktuelle Regelung fördert ohne Rücksicht auf die klimaschädliche Wirkung. So wird der Verkauf von Gebrauchtwagen und SUV`s gefördert, was nicht zielführend ist. Das Verhalten der SPD-Spitze um Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans und ihr Widerstand gegen eine Kaufprämie auch für Verbrennungsmotoren hat Hofmann irritiert. Ich muss leider sagen, dass ich als alter Sozialdemokrat kein konsistentes Konzept in der Industriepolitik erkennen kann. Es ist eine Tatsache, dass in der deutschen Automobilindustrie derzeit noch annähernd 90 Prozent der Arbeitsplätze an der Verbrennungstechnologie hängen. Die IG Metall lehnt eine Kaufprämie ohne Berücksichtigung ökologischer Folgewirkungen ab. Wir haben für eine Kopplung der Prämie an die Emissionswerte und eine Eigenbeteiligung der Automobilkonzerne angestrebt. Für die IG Metall gehören Klimapolitik und Sicherung der Arbeitsplätze zusammen, betont Hofmann im „Tagesspiegel“.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix

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