IFRS, Nigeria

IFRS S1 und S2: Nigeria startet Phase 2 der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nigeria konkretisiert die Umsetzung der ISSB-Standards IFRS S1 und S2 mit Fokus auf finanzielle Wesentlichkeit.

Nigeria startet Phase 2 der IFRS S1/S2-Nachhaltigkeitsstandards
Digitale Datenvisualisierung von ESG-Kennzahlen auf einem Tablet in einem modernen Konferenzraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die globalen Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung IFRS S1 und S2 gewinnen international an Fahrt. Nigeria hat jetzt die zweite Phase der Umsetzung gestartet, während sich immer mehr Länder den ISSB-Vorgaben annähern.

Nigeria konkretisiert Wesentlichkeitsvorgaben

Nigerias Financial Reporting Council (FRC) hat Phase 2 der IFRS-Implementierung eingeleitet. Im Fokus steht die Identifikation und Bewertung von nachhaltigkeitsbezogenen Risiken und Chancen (SRRO). Der Standard IFRS S1 setzt dabei auf finanzielle Wesentlichkeit: Unternehmen müssen bewerten, wie Nachhaltigkeitsaspekte ihre Cashflows, Kapitalkosten und den Zugang zu Finanzierungen beeinflussen.

Die Regulierungsbehörde stellt klar: Wesentlichkeitsurteile sind streng unternehmensspezifisch zu treffen. Reines Stakeholder-Interesse reicht nicht aus, wenn keine finanzielle Relevanz vorliegt. Branchenvertreter mahnen, der FRC solle sich auf die Berichterstattungsregulierung beschränken – nicht die operative Nachhaltigkeitspraxis steuern.

Globale Annäherung an ISSB-Standards

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Die Entwicklung in Nigeria ist Teil eines größeren Trends. Großbritannien hat Anfang des Jahres die ISSB-Vorgaben direkt in nationale Standards (UK SRS S1 und S2) übernommen. Auch China hat seine Klimastandards zum Jahreswechsel 2025/2026 angepasst – allerdings auf Basis doppelter Wesentlichkeit und ohne verpflichtende Berichterstattung über indirekte Emissionen (Scope 3).

Für rund 71 Prozent der betroffenen Unternehmen ist regulatorische Compliance der Haupttreiber für die Umstellung. Die größten Hürden: Datenanalyselücken schließen und Finanz- mit Nachhaltigkeitsdaten organisatorisch integrieren.

Führungswechsel bei der IFRS Foundation

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Begleitet wird die Entwicklung von personellen Weichenstellungen. Das Mandat von IASB-Präsident Andreas Barckow ist Ende Juni 2026 ausgelaufen. Das Auswahlverfahren für die Nachfolge befindet sich in der Endphase – eine Ernennung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Bis dahin führt Linda Mezon-Hutter die Geschäfte interimistisch.

Parallel arbeitet das International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) an der Qualitätssicherung. Neue illustrative Prüfungsberichte für den Standard ISSA 5000 sollen als Vorlage für externe Prüfungen nach IFRS S1 und S2 dienen. Zudem wird die IFRS Accounting Taxonomy aktualisiert, um neue Standards und geänderte Bilanzierungsregeln für das kommende Geschäftsjahr abzubilden.

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