IFRS, Standard

IFRS 18: Neuer Standard zwingt Unternehmen zu Bilanz-Umbruch

08.06.2026 - 23:26:12 | boerse-global.de

Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 18 ersetzt IAS 1 und verändert GuV sowie Kapitalflussrechnung grundlegend. Unternehmen müssen ihre Bilanzierungspraxis anpassen.

IFRS 18: Neue GuV-Struktur und strengere Cashflow-Regeln
IFRS - Ein abstraktes Diagramm mit leuchtenden Linien und Knotenpunkten, das Finanzdaten und die Struktur von Rechnungslegungsstandards darstellt. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der neue Rechnungslegungsstandard IFRS 18 ersetzt den bisherigen IAS 1 und zwingt Unternehmen zu grundlegenden Anpassungen. Besonders die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Kapitalflussrechnung stehen vor einem Umbruch.

Was ändert sich in der Gewinn- und Verlustrechnung?

Das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichte IFRS 18 unter dem Titel „Presentation and Disclosure in Financial Statements“ bereits im Frühjahr 2024. Ziel der Neuregelung: eine bessere Vergleichbarkeit der finanziellen Leistung von Unternehmen.

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Die GuV bekommt neue Zwischensummen. Sie sollen eine konsistentere Berichterstattung über operative Tätigkeiten sowie über Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten ermöglichen. Besonders Unternehmen mit Kundenfinanzierung als Hauptgeschäft stehen vor spezifischen Anforderungen an den Ausweis in der GuV und der Kapitalflussrechnung.

Weniger Spielraum bei der Kapitalflussrechnung

IFRS 18 greift auch direkt in die Kapitalflussrechnung ein. Der Standard ändert den Ausgangspunkt für die indirekte Darstellung des Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit. Zudem schränkt er die bisherigen Wahlrechte beim Ausweis von Zins- und Dividenden-Cashflows deutlich ein.

Das Ergebnis: weniger Spielraum bei der Zuordnung dieser Zahlungsströme. Die Transparenz steigt, die Vergleichbarkeit zwischen Marktteilnehmern wird gestärkt. Für Investoren präzisiert sich der Informationsgehalt.

Was bedeutet das für die Praxis?

Finanzabteilungen müssen ihre bisherigen Bilanzierungspraktiken detailliert überprüfen. Der Standard verändert die Abgrenzung von Kerngeschäftstätigkeiten und Finanzierungseinflüssen. Berichtssysteme und interne Prozesse sind anzupassen.

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Aktuelle Fallstudien zeigen: Besonders die Segmentierung der Erträge und Aufwendungen sowie die Zuordnung zum operativen Ergebnis verlangen eine präzise Auslegung der neuen Vorschriften. Die Reduzierung von Ausweiswahlrechten bedeutet zudem weniger Flexibilität als unter IAS 1. Einmal getroffene strukturelle Entscheidungen in der Berichterstattung lassen sich künftig schwerer revidieren.

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