Energie, Straßenverkehr

Ifo-Präsident warnt vor vorschnellen Eingriffen bei Spritpreisen

11.03.2026 - 07:45:28 | dts-nachrichtenagentur.de

Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt vor staatlichen Eingriffen zur Senkung der Öl- und Gaspreise für Verbraucher.

Shell-Tankstelle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Shell-Tankstelle (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Preissignale über Rabatte oder Steuersenkungen auszuschalten, ist volkswirtschaftlich schädlich", sagte er am Mittwoch. Fuest weist außerdem darauf hin, dass die Lasten höherer Weltmarktpreise von der deutschen Wirtschaft gemeinsam zu tragen sind und man Entlastungen auf einer Seite durch Mehrbelastungen auf anderen Seiten ausgleichen müsste.

"Für die Weltwirtschaft wirkt ein höherer Ölpreis wie eine zusätzliche Steuer: Energie, Transport und viele Güter werden teurer, was Inflation erhöht und das Wachstum dämpfen kann", so Fuest. Deutschland könne außerdem die Weltmarktpreise für Öl oder Gas nicht beeinflussen. Es könnte nur den Preis beeinflussen, den Konsumenten in Deutschland für Öl und Gas zahlen, denn in diesen Preisen sind heimische Steuern enthalten.

Die Bundesregierung könnte beispielsweise die Mineralöl- oder die Mehrwertsteuer auf Öl und Gas senken. Das führe aber nicht dazu, dass die volkswirtschaftlichen Kosten für diese Energieträger sinken. Würden die Steuern an dieser Stelle gesenkt, müssten sie also entweder über andere Steuern oder über verminderte staatliche Leistungen gegenfinanziert werden.

"Wenn Öl und Gas knapp sind und damit zeitweise teurer werden, ist das ein wichtiges Preissignal für Konsumenten, weniger davon zu verbrauchen, wenn sie können", so der Ökonom. Eine der großen Stärken der Marktwirtschaft sei, dass Preisänderungen Anreize setzen, das Kaufverhalten anzupassen.

"Diejenigen, die am meisten fossile Energie verbrauchen und nicht ausweichen können, sind am stärksten von den Preissteigerungen betroffen. Vor allem für ärmere Menschen können daraus schmerzhafte Belastungen erwachsen." Allgemeine Senkungen von Energiesteuern seien aber kein zielgenaues Instrument, um Bedürftigen zu helfen. Bei jeder Belastung nach dem Staat zu rufen, lasse in Vergessenheit geraten, dass die Wirtschaft auf Dauer ohne ein gewisses Maß an Eigenverantwortung nicht funktioniere, so Fuest.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

wirtschaft | 68658523 |

Weitere Meldungen

Spritpreise erneut massiv gestiegen Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen in Deutschland sind auch in der zweiten Woche nach dem Kriegsausbruch im Nahen Osten massiv gestiegen.Ein Liter Super E10 kostete am Dienstag im bundesweiten Mittel 2,045 Euro und damit 14,8 Cent mehr als vor einer Woche, wie ein Sprecher des ADAC am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur sagte. (Wirtschaft, 11.03.2026 - 10:01) weiterlesen...

Hubig will Spritpreis-Erhöhungen nur noch einmal täglich Wegen der stark gestiegenen Spritpreise hat sich Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) dafür ausgesprochen, Erhöhungen nur noch einmal täglich zu erlauben. (Sonstige, 10.03.2026 - 19:09) weiterlesen...

Jusos wollen Spritpreisbremse - Umwelthilfe für 49-Euro-Ticket Juso-Chef Philipp Türmer fordert angesichts der stark gestiegenen Benzinpreise einen Spritpreisdeckel. (Sonstige, 10.03.2026 - 17:10) weiterlesen...

Rufe aus CDU nach Maßnahmen gegen Abzocke an Zapfsäulen Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) fordert wegen der stark gestiegenen Spritpreise ein Eingreifen der Wettbewerbsbehörde. (Politik, 10.03.2026 - 13:02) weiterlesen...

Tankstellenverband erwartet Spritpreis von 2,50 Euro Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) erwartet, dass die Mineralölkonzerne den nun über 100 Dollar gestiegenen Ölpreis umgehend an die Autofahrer weiterreichen."Ich fürchte, die Ölkonzerne reichen die hohen Ölpreise sofort weiter und erhöhen die Spritpreise noch stärker. (Wirtschaft, 10.03.2026 - 00:00) weiterlesen...

Tankrabatt würde laut RWTH-Studie vor allem Gutverdiener entlasten Ein staatlicher Tankrabatt würde Haushalte mit hohen Einkommen deutlich stärker entlasten als einkommensschwache Haushalte.Das ist das Ergebnis einer Kurzstudie des Lehrstuhls für Energiesystemökonomik der RWTH Aachen, die die Forscher am Samstag vorstellten. (Wirtschaft, 07.03.2026 - 11:16) weiterlesen...