Hugo Boss: Frasers Group bietet 38 Euro je Aktie für Übernahme
11.06.2026 - 09:12:33 | boerse-global.de
Die Barabfindung liegt bei 38,00 Euro je Aktie.
Angebot ohne Mindestschwelle
Das freiwillige öffentliche Angebot richtet sich an alle ausstehenden Aktien des Modeunternehmens aus Metzingen. Der angebotene Preis enthält eine Prämie von rund vier Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch sowie auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate (36,41 Euro).
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Die Frasers Group hält bereits gut 26 Prozent an Hugo Boss. Für die verbleibenden rund 74 Prozent der Anteile sind knapp zwei Milliarden Euro veranschlagt. Die Gesamtbewertung des deutschen Modehauses liegt damit bei rund 2,7 Milliarden Euro.
Das Angebot kommt ohne Mindestannahmeschwelle aus, steht aber unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Ein Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Metzingen zeigt sich überrascht
Die Konzernführung in Metzingen betonte, dass das Übernahmeangebot nicht mit der Gesellschaft abgestimmt war. Vorstand und Aufsichtsrat kündigten an, das Angebot nach Veröffentlichung der offiziellen Unterlage eingehend zu prüfen. Anschließend soll eine begründete Stellungnahme folgen.
Trotz des nicht abgestimmten Vorgehens signalisierte die Frasers Group Unterstützung für die aktuelle Führung. Das britische Unternehmen erklärte, hinter Aufsichtsratschef Hermann Waldemer und Vorstandsvorsitzendem Daniel Grieder zu stehen.
Traditionsmarke unter Druck
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Hugo Boss erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn von 249 Millionen Euro. Die Aktie notierte 2023 zeitweise bei über 60 Euro – deutlich über dem aktuellen Angebotspreis.
Die Frasers Group selbst wies für ihr Geschäftsjahr bis Ende April einen Gewinn von 292,1 Millionen Britischen Pfund aus (rund 339 Millionen Euro). Der Konzern ist bereits seit längerem als Großaktionär bei Hugo Boss engagiert.
Nun müssen die Aktionäre entscheiden, ob sie die Barabfindung annehmen. Zudem steht die Zustimmung der Aufsichtsbehörden noch aus.
