HR-Reform, Personalchefs

HR-Reform: Personalchefs sollen fest in die Unternehmensführung

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Personalabteilungen sollen fest in der Führungsebene verankert werden, um Digitalisierung und KI-Transformation aktiv zu gestalten.

HR als strategischer Partner: Neue Rolle in der Unternehmensführung
Eine Gruppe von Fachleuten unterschiedlicher Generationen arbeitet zusammen in einem modernen Büro, das die Integration von HR-Technologie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Experten fordern, dass Personalverantwortliche künftig fest in der Unternehmensführung sitzen. Der Grund: Digitalisierung und KI verändern die Arbeitswelt grundlegend.

Strategische Rolle des Personalwesens im Fokus

Die Anforderungen an Personalabteilungen haben sich gewandelt. Jörg Spreitzer von Great Place To Work Österreich sagt: HR braucht einen festen Platz in der Führungsriege. Die Aufgabe liegt nicht mehr nur in der Verwaltung, sondern in der aktiven Gestaltung von Arbeitsbedingungen, Unternehmenskultur und Führungsprozessen.

Den Druck auf die Sozialpartnerschaft spüren alle. Die Veranstaltungsreihe „Resilienz im Epochenbruch“ thematisiert die Herausforderungen durch demografischen Wandel und technologischen Umbruch. Experten wie Dr. Hagen Lesch vom Institut der Deutschen Wirtschaft und Dr. Gerhard Erdmann vom Arbeitgeberverband Stahl diskutieren am 21. Juli 2026 über Lösungen.

Generationenmischung als betriebliche Ressource

Die Generationskluft ist oft kleiner als gedacht. Peter Haugaard, HR-Direktor bei EY in Dänemark, betont die Vorteile altersgemischter Belegschaften. Junge und erfahrene Mitarbeiter ergänzen sich – besonders in Unternehmen mit über 2.000 Angestellten.

Internationale Beispiele zeigen staatliche Förderung älterer Arbeitnehmer. In Hanoi verabschiedete man eine Resolution: Unternehmen erhalten Vorzugskonditionen, wenn sie mindestens 30 Prozent ältere Beschäftigte haben. Grund: Der Seniorenanteil in der Region steigt bis 2030 auf voraussichtlich 1,71 Millionen Menschen.

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KI-Transformation und personelle Konsequenzen

KI bleibt Chefsache. Laut der Horváth-CxO-Studie ist die KI-Transformation die zweithöchste Priorität – direkt nach der Kostenoptimierung. Unternehmen prognostizieren für 2026 ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 4,7 Prozent. Ein allgemeiner Personalaufbau ist aber nicht geplant.

Max Votek von Customertimes beobachtet: KI dient in einigen Fällen als Begründung für Entlassungen. Die Bevölkerung erwartet durch Effizienzsteigerungen Preissenkungen. Die Einsparungen fließen jedoch oft in technologische Infrastruktur, Token-Kosten und Sicherheitsmaßnahmen.

Die technische Umstellung allein reicht nicht. Beispiele aus der Logistik zeigen: Bei der Einführung von SAP S/4HANA – etwa im Finanzbereich von Hapag-Lloyd – müssen Mitarbeiter die Technik verstehen und akzeptieren.

Neue Wege in der Fachkräftegewinnung

Das Handwerk trotzt dem Trend. Handwerkspräsident Jörg Dittrich meldet für das erste Halbjahr 2026 knapp 67.800 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge – ein Plus von 4,9 Prozent. Trotzdem bleiben branchenübergreifend rund 20.460 Stellen unbesetzt.

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Kommunen werden kreativ. In Heidelberg fand Mitte Juli ein „Speeddating“ für Kita-Fachkräfte statt. Bewerber und Träger kamen direkt zusammen. Hintergrund: Regionale Schließungen von Einrichtungen zum Jahresende zwingen Fachkräfte wie die 26-jährige Erzieherin Julia zur beruflichen Neuorientierung.

Gleichzeitig wächst die Krise bei sozialen Kompetenzen. Empathie und zwischenmenschliches Miteinander werden seltener. Die Zertifizierung dieser „Soft Skills“ nimmt zu. KI wird oft als Ausweichmöglichkeit genutzt, um soziale Interaktionen zu umgehen.

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