Homeoffice-Studie: Richtige Möbel senken Fehltage um 52 Prozent
01.06.2026 - 19:05:48 | boerse-global.deNeue Richtlinien, innovative Bauprojekte und aktuelle Studien zeigen: Ergonomie, Raumklima und Kreislaufwirtschaft rücken in den Mittelpunkt.
Psychische Gesundheit wird Pflicht
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legte zum 1. Juni ein aktualisiertes Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen vor. Es definiert psychische Belastungen auf Basis geltender DIN-Normen und verweist auf das Arbeitsschutzgesetz.
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Zentrale Gestaltungsziele: ausreichende Handlungsspielräume, ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeitsmenge und Zeit sowie Schutz vor Unterbrechungen. Auch soziale Unterstützung und planbare Arbeitszeiten sind entscheidend für das Wohlbefinden der Beschäftigten.
Homeoffice als vollwertiger Arbeitsplatz
Parallel rückt die ergonomische Ausstattung des Homeoffice in den Fokus. Studien zeigen: Professionell eingerichtete Arbeitsplätze in den eigenen vier Wänden steigern die Effizienz um bis zu 25 Prozent. Zudem sinkt die Zahl krankheitsbedingter Fehltage durch höhenverstellbare Schreibtische und spezialisierte Bürostühle um durchschnittlich 52 Prozent.
Andreas Reuter, CEO von Schäfer Shop, bezeichnete das Homeoffice Anfang Juni als „vollwertigen Arbeitsplatz, der entsprechende Investitionen erfordert“.
Kreislaufprinzip im Bürobau
Ein wegweisendes Beispiel für Ökologie und modernes Bürodesign lieferte die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Am 18. Mai weihte sie ihre erweiterte Geschäftsstelle in Stuttgart ein. Bei der Vergrößerung von 1.300 auf 1.700 Quadratmeter wurde konsequent das Kreislaufprinzip angewandt: Möbel des Vormieters wurden übernommen, gebrauchte Trennwandsysteme aus anderen Objekten integriert.
Der Umbau setzte zudem auf emissionsarme Farben und CO2-negative Bodenbeläge. DGNB-Präsident Prof. Amandus Samsøe Sattler betonte bei der Eröffnung: „Wir müssen Gebrauchtes im Bauwesen stärker akzeptieren.“
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Doch das Projekt zeigte auch regulatorische Grenzen: Gebrauchte Brandschutztüren waren aufgrund fehlender Genehmigungsfähigkeit nicht einsetzbar.
Klimaanpassung: Kühlung ohne Klimaanlage
Angesichts steigender Temperaturen gewinnen innovative Kühlkonzepte an Bedeutung. Das Bürogebäude „Hortus“ in Allschwil setzt auf modulare Bauweisen, großflächige Photovoltaik und integrierte Wildgärten zur natürlichen Kühlung. Hintergrund: Rund 8.000 Hitzetote zählte Deutschland im Jahr 2022.
Technische Lösungen werden zunehmend großskaliger und ökologischer. In Wien nimmt ein Energieversorger im Juni eine unterirdische Kältezentrale in Betrieb. Sie temperiert rund 1.000 Wohneinheiten über Flächenkühlsysteme und speist die Abwärme ins Fernwärmenetz.
In Bremen startet Ende Juni eine neuartige Großwärmepumpe als „Klimaturm“. Die Anlage versorgt bis zu 400 Wohneinheiten und ist speziell für dicht bebaute Stadtgebiete entwickelt. Die Serienproduktion ist für Jahresende geplant.
Generation Z leidet unter Konflikten
Neben der physischen Umgebung beeinflussen auch soziale Faktoren die Arbeitsgesundheit. Der aktuelle Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit für 2025 zeigt: Die Generation Z leidet besonders unter Generationenkonflikten am Arbeitsplatz. Rund 28 Prozent der unter 30-Jährigen erleben solche Spannungen. Im Gesundheitswesen und Erziehungssektor liegt die Betroffenheit mit 30 Prozent am höchsten.
Trotz einer geringeren Krankenquote von 4,7 Prozent im Jahr 2024 zeigt sich bei Jüngeren ein ausgeprägter Präsentismus: 65 Prozent gaben an, trotz Krankheit gearbeitet zu haben. DAK-Chef Andreas Storm forderte verstärkte Bemühungen um bessere Verständigung zwischen den Generationen im Betrieb.
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