Homeoffice-Hitze: Arbeitgeber müssen ab 26 Grad handeln
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steigende Temperaturen machen das Arbeiten von zuhause zur Herausforderung. Moderne Klimaanlagen kühlen nicht nur, sie entfeuchten und filtern auch die Luft. Das zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest. Doch es gibt viele Alternativen – von kleinen USB-Geräten bis zu Systemen ganz ohne Abluftschlauch.
Kleine Helfer für den Schreibtisch
Für die direkte Kühlung am Arbeitsplatz liegen Kleingeräte im Trend. Der USB-Schreibtischventilator von TriPole etwa ist nur 11,5 Zentimeter groß und hat drei Geschwindigkeitsstufen. Das Modell verkaufte sich im vergangenen Monat über 4.000 Mal – zum Preis von 14,98 Euro.
Einen Schritt weiter gehen Mini-Luftkühler wie der Evapolar evaLIGHT plus. Er arbeitet mit Verdunstungskühlung und kühlt den Bereich direkt um den Schreibtisch. Auch mobil geht es: Das Modell von ArsMotin kostet rund 20 Euro, hat vier Stufen und einen 4500-mAh-Akku. Perfekt für den flexiblen Einsatz ohne Steckdose.
Mobile Klimageräte und neue Technologien
Wer ganze Räume kühlen will, setzt auf mobile Monoblock-Geräte. Die TCL-Klimaanlage P09F4CW1 etwa leistet 9.000 BTU und kostet 449,99 Euro. Solche 3-in-1-Geräte kühlen, ventillieren und entfeuchten.
Einen völlig neuen Ansatz verfolgt das österreichische Start-up so.cool. Seine Klimaanlage TerraBreeze kommt ohne Außengerät und Abluftschlauch aus. Stattdessen nutzt sie Phasenwechselmaterialien und Terrakotta-Rohre. Das System kühlt Räume bis zu 50 Quadratmeter mit 12.000 BTU. Die Markteinführung ist für 2027 geplant, der Vorbestellpreis liegt bei 3.000 Euro.
Auch Wärmepumpen können kühlen – durch Umkehrung des Heizkreislaufs. Experten raten zu einem Taupunktsensor, der Kondenswasser verhindert. Besonders effizient wird die Methode mit Photovoltaik-Überschussstrom.
Dämmung macht den Unterschied
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Die beste Kühltechnik nützt wenig, wenn das Gebäude schlecht isoliert ist. Daten der Gewerkschaft Bau-Holz zeigen den Effekt thermischer Sanierung: In gedämmten Häusern wurden bei Außentemperaturen über 37 Grad nur 24,5 Grad innen gemessen. In ungedämmten Gebäuden stieg die Temperatur auf 29,5 Grad.
Trotz dieser Vorteile ist der Markt für Dämmstoffe seit 2021 um rund 30 Prozent eingebrochen. Die Sanierungsrate lag 2024 bei nur 0,9 Prozent. Immobilienexperten empfehlen zusätzlich außenliegenden Sonnenschutz und intelligente Smart-Home-Steuerung.
Was gilt im Homeoffice?
Einen Anspruch auf „hitzefrei“ im Homeoffice durchzusetzen, ist schwierig. Ein Dekra-Experte erklärt: Ab 26 Grad sollten Arbeitgeber Maßnahmen empfehlen. Ab 30 Grad besteht eine Pflicht zum Handeln. Mögliche Anpassungen: Arbeitszeit in kühlere Morgenstunden verlegen oder Siesta-Modelle einführen.
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Die Aktion DAS SICHERE HAUS rät zu einfachen Regeln:
- Nur nachts oder frühmorgens lüften
- Nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten
- Mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag
- Bei Bedarf in kühlere Räume wie den Keller ausweichen
In Heidelberg reagiert die Stadt mit einer „Task Force Hitzeschutz“. Sie stellt mobile Klimageräte in sozialen Einrichtungen bereit und bietet digitale „Kühle Karten“ mit Trinkbrunnen und schattigen Plätzen.
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