Homeoffice-Ergonomie, Schlechtere

Homeoffice-Ergonomie: Schlechtere Ausstattung verdoppelt das Schmerzrisiko

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine DGUV-Untersuchung verbindet mangelhafte Ergonomie mit mehr Beschwerden; passende Möbel, Geräte und Raumgestaltung unterstützen gesundes Arbeiten.

Ergonomischer Bildschirmarbeitsplatz: Beschwerden im Homeoffice vermeiden
Ein minimalistisch gestalteter, heller Arbeitsplatz in einem Homeoffice mit einem leeren Schreibtisch und einem Bürostuhl. Illustration mit AI erstellt.

Die ergonomische Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen gewinnt durch die zunehmende Verbreitung mobiler Arbeitsmodelle an Bedeutung. Zahlreiche aktuelle Ratgeber, Produktberichte und Untersuchungen analysieren Methoden, mit denen Arbeitsplätze im Homeoffice und im Büro gesundheitsschonender eingerichtet werden können.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Abstimmung von Mobiliar, die richtige Positionierung technischer Geräte sowie die Reduzierung von Muskel-Skelett-Beschwerden.

Erhöhte Belastung im Homeoffice durch mangelhafte Ausstattung

Dass mobile Bildschirmarbeit im häuslichen Umfeld im Vergleich zur klassischen Büroarbeit mit stärkeren körperlichen Beschwerden einhergehen kann, verdeutlichte eine Untersuchung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die durch das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) sowie das Institut für Arbeitsschutz (IFA) begleitet wurde.

In einer Befragung von 1.064 Beschäftigten im Alter von 20 bis 64 Jahren, die zwischen September 2023 und April 2024 durchgeführt wurde und Personen mit mindestens vier Stunden täglicher Bildschirmarbeit umfasste, berichteten 15 Prozent über neu aufgetretene Schmerzen seit Beginn der Corona-Pandemie. Weitere 19 Prozent gaben eine Zunahme bestehender Beschwerden in mindestens einer Körperregion an.

Zwar verfügten 72 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben über einen guten oder optimalen mobilen Arbeitsplatz, 76 Prozent über einen externen Bildschirm und 78 Prozent über eine separate Tastatur sowie Maus. Dennoch zeigte sich, dass eine schlechtere Ergonomie die Wahrscheinlichkeit für neu auftretende Beschwerden im Nacken und im oberen Rücken verdoppelte.

Auch das Fehlen externer Eingabegeräte ging mit einem verdoppelten Risiko für zunehmende Schmerzen im unteren Rücken einher. Als zentrale Risikofaktoren stuften die Forscher lange Bildschirmzeiten, eine intensive Smartphone-Nutzung abseits reiner Telefonate sowie eine fehlende arbeitsmedizinische Vorsorge ein.

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Empfehlungen für Monitorausrichtung und Bildschirmtechnik

Fachleitfäden zur Arbeitsplatzorganisation betonen daher einfache Anpassungen, um Fehlhaltungen vorzubeugen. Der Monitor sollte zentral mit einem Abstand von etwa einer Armlänge beziehungsweise 50 bis 70 Zentimetern platziert werden. Die Oberkante des Bildschirms gehört auf Augenhöhe, um die Nackenmuskulatur zu entlasten, während Spiegelungen durch eine blendfreie Ausrichtung vermieden werden sollten.

Bei der technischen Wahl des Bildschirms gelten für reguläre Büroarbeiten Modelle mit einer Diagonale von 27 Zoll und QHD-Auflösung als praxistauglich, während für detailintensive Video- oder Grafikanwendungen größere 4K-Displays empfohlen werden. Halterungen für Einzel- oder Mehrfachmonitore ermöglichen eine flexible Neigung und Höheneinstellung, wodurch sich die Bildschirme exakt an die Sitz- oder Stehposition anpassen lassen.

Höhenverstellbare Möbel und rechtliche Rahmenbedingungen

Neben der visuellen Ergonomie bildet dynamisches Arbeiten einen wesentlichen Pfeiler der Prävention. Höhenverstellbare Schreibtische, die etwa über Gasfedern ohne Stromzufuhr flexibel im Stehen und Sitzen genutzt werden können, sowie ergonomische Sitzgelegenheiten unterstützen regelmäßige Haltungswechsel.

Auch der rechtliche Rahmen stärkt bedarfsgerechte Anpassungen. Gemäß Paragraf 164 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) sind Arbeitgeber verpflichtet, schwerbehinderten Beschäftigten eine behinderungsgerechte Beschäftigung zu ermöglichen. Dies umfasst nach der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte bei gegebener Zumutbarkeit auch die Bereitstellung eines leidensgerechten Arbeitsplatzes im Homeoffice inklusive der notwendigen technischen Ausstattung.

Je nach Fallkonstellation kommen für entsprechende Kosten Träger wie das Integrationsamt, die Bundesagentur für Arbeit, die Rentenversicherung oder Krankenkassen auf.

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Akustik und ganzheitliche Raumkonzepte

Ergonomie beschränkt sich nicht allein auf Tisch und Stuhl. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten im Jahr 2025 rund 25 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zumindest zeitweise von zu Hause aus, verglichen mit 13 Prozent im Jahr 2019. Mit der Zunahme hybrider Besprechungen rückt daher auch die Raumakustik in den Fokus.

Textile Wandbespannungen und Akustikabsorber mindern den Nachhall in Besprechungsräumen und verringern so die kognitive Ermüdung bei langen Videokonferenzen. Ganzheitliche Konzepte, die Technik, Bewegung und Raumklima miteinander verknüpfen, gelten branchenübergreifend als entscheidende Faktoren, um die Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag langfristig zu sichern.

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