Homeoffice-Arbeitsplatz, DGUV

Homeoffice-Arbeitsplatz: DGUV empfiehlt 160 × 80 Zentimeter Arbeitsfläche

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erhebungen zeigen Informationslücken und Beschwerden; der Artikel bündelt Richtwerte zu Arbeitsplatzmaßen, Ausstattung und Kosten.

Homeoffice ergonomisch einrichten: Maße, Ausstattung und Kosten im Überblick
Minimalistisch gestalteter Arbeitsplatz in einem hellen Raum mit Holztisch und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Zahlreiche Ratgeber, Fachportale und Onlineforen befassen sich mit der methodischen Gestaltung des häuslichen Arbeitsumfelds und der Auswahl ergonomischer Ausstattung. Im Mittelpunkt stehen dabei Anforderungen an Bürostühle, Tische und Monitore, um gesundheitlichen Beschwerden bei mehrstündiger Bildschirmtätigkeit vorzubeugen.

Verbreitung und Informationsdefizite bei der Heimarbeit

Die Arbeit in den eigenen vier Wänden bleibt für viele Beschäftigte ein fester Bestandteil des Alltags. Untersuchungen der Krankenkasse BARMER im Rahmen der Erhebung „social health@work“ zeigen, dass 56,1 Prozent der Befragten zumindest teilweise mobil arbeiten, davon 92,1 Prozent im Homeoffice.

Die mobil geleistete Arbeitszeit stieg demnach von durchschnittlich 15,9 Stunden pro Woche vor der Pandemie auf 35,7 Stunden pro Woche während der Corona-Pandemie.

Gleichzeitig offenbaren Erhebungen erhebliche Lücken bei der arbeitsmedizinischen Unterweisung. In Deutschland arbeiten 45 Prozent der Beschäftigten teilweise von zu Hause – davon 8 Prozent fast vollständig, 11 Prozent mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit und 26 Prozent gelegentlich.

Allerdings erhält lediglich etwa die Hälfte ergonomische Hinweise, während 40 Prozent zu keinem relevanten Aspekt informiert wurden. Welche Folgen Defizite bei der Arbeitsplatzausstattung haben können, unterstreicht der DEKRA-Arbeitssicherheitsreport 2025: Darin gaben 21 Prozent der Befragten gesundheitliche Probleme an, die auf einen nicht ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz zurückzuführen sind.

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Richtlinien für Schreibtischmaße und Körperhaltung

Für eine gesundheitsschonende Haltung definieren Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und Normen konkrete Maßgaben. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) liegt die optimale Arbeitsfläche bei 160 × 80 Zentimetern, während als Mindestfläche 120 × 80 Zentimeter gelten.

Bei festen Tischen sieht die DGUV eine Höhe von 74 Zentimetern mit einer Toleranz von plus/minus 2 Zentimetern vor. Die Norm DIN EN 527-1 gibt für sitzende Büroarbeit typischerweise 720 bis 760 Millimeter an. Fachleute empfehlen, die Tischhöhe über den rechten Winkel der gebeugten Ellenbogen individuell abzustimmen.

Zur Orientierung dient bei einer Körpergröße von 170 bis 180 Zentimetern eine Höhe von 72 bis 76 Zentimetern; Personen unter 160 Zentimetern sowie über 190 Zentimetern sollten ihre Maße individuell ermitteln. Zwischen den Oberschenkeln und der Tischunterkante empfiehlt die DGUV einen Freiraum von 5,5 bis 10 Zentimetern.

Für höhenverstellbare Tische rät TÜV SÜD zu einem Verstellbereich von 65 bis 125 Zentimetern, wobei für die Sitzarbeit etwa 68 bis 76 Zentimeter vorgesehen sind. Bei der Bildschirmausrichtung gilt ein Sehabstand von 50 bis 70 Zentimetern – beziehungsweise mindestens 500 Millimetern – als Maßstab, wobei sich die obere Monitorkante auf oder leicht unterhalb der Augenhöhe befinden sollte.

Die BARMER nennt neben einem Abstand von 50 bis 70 Zentimetern einen Blickwinkel von 20 Grad sowie einen Abstand von 19 bis 28 Zentimetern zwischen Stuhl und Tisch als Richtwerte.

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Raumplanung, Hardware und Kostenrahmen

Bei der Anordnung im Raum raten Fachleute und Forenbeiträge dazu, Blendungen zu vermeiden und den Schreibtisch nicht mit dem Rücken zum Fenster zu platzieren. Ein freier Blick nach draußen unterstützt zudem die gelegentliche Entspannung der Augenmuskulatur. Für den Bürostuhl erweist sich eine Synchronmechanik als zweckmäßig, die Sitzfläche und Rückenlehne miteinander koppelt, ergänzt durch individuell justierbare Armlehnen.

Finanziell differieren die Optionen erheblich. Marktübersichten beziffern die Kosten für einen einfachen Arbeitsplatz auf unter 300 Euro, während ein ergonomischer Komplettplatz ab 1.200 Euro und teils über 1.500 Euro erfordert. Für ein solches Setup wird eine Mindestfläche von 4 bis 6 Quadratmetern veranschlagt.

Elektrisch höhenverstellbare Tische bewegen sich zwischen 300 und 800 Euro, Kurbelmodelle zwischen 150 und 300 Euro, während feste Schreibtische ab 80 Euro erhältlich sind. Für Bürostühle mit einem Verstellbereich der Sitzhöhe von 42 bis 52 Zentimetern fallen zwischen 150 und 600 Euro an.

Für die Beleuchtung werden 500 bis 750 Lux bei einer Farbtemperatur von 4.000 bis 5.000 Kelvin empfohlen. Full-HD-Monitore in den Größen 24 bis 27 Zoll schlagen mit 100 bis 250 Euro zu Buche. Neben der Hardware raten Arbeitsmediziner zu regelmäßigen Positionswechseln und Stehphasen.

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