Holz-Sanktionen: EU ermittelt gegen Umgehung über Kasachstan
20.06.2026 - 19:31:57 | boerse-global.de
Im Zentrum steht der Verdacht auf eine systematische Umgehung von EU-Sanktionen gegen russisches Holz – über Umwege durch Zentralasien.
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Dänische Fabrik im Fokus
Ermittler haben die dänische Fabrik Granby Pack auf Falster ins Visier genommen. Das Unternehmen soll seit 2022 Birkensperrholz von dem kasachischen Anbieter Qazaq Veneer bezogen haben. Branchenexperten vermuten dahinter eine gezielte Umgehung der gegen Russland verhängten Handelssperren.
Ein Indiz liefern Daten der EU-Kommission: Seit Inkrafttreten der Sanktionen sind die russischen Holzexporte nach Kasachstan um rund 700 Prozent gestiegen. Der Fall wirft auch Fragen zu ESG-Standards auf. Qazaq Veneer besitzt keine Zertifizierung des Forest Stewardship Council (FSC). Das macht die Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit der Produkte fragwürdig. Als Zwischenhändler in den Lieferketten wird das Unternehmen CNG genannt.
Neben Sanktionsprüfungen rückt auch die neue EU-Entwaldungsverordnung den Import von Holzprodukten verstärkt in den Fokus der Behörden. Ein kostenloser Report hilft Ihnen dabei, die notwendigen Sorgfaltspflichten rechtzeitig zu erkennen und Bußgelder zu vermeiden. Gratis-Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung sichern
Hornbach trotzt den Unsicherheiten
Trotz der regulatorischen Probleme in den Lieferketten zeigt sich der europäische DIY-Sektor robust. Die Hornbach Holding steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 um 5 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro.
Doch der Druck durch gestiegene Personal- und Betriebskosten ist spürbar. Das bereinigte Betriebsergebnis sank leicht um 0,5 Prozent auf 161 Millionen Euro. Die operative Marge fiel von 8,5 auf 8,0 Prozent. Der Nettogewinn des SDax-Unternehmens ging um 5,7 Prozent auf 99,8 Millionen Euro zurück. Für das Gesamtjahr prognostiziert Hornbach einen Umsatz von etwa 6,4 Milliarden Euro bei stabilem bereinigtem EBIT.
Entspannung in Sachsens Wäldern
Während der Handel mit Holzwerkstoffen unter Compliance-Druck steht, entspannt sich die Lage in der regionalen Forstwirtschaft. Der Staatsbetrieb Sachsenforst meldet: Die Krisenjahre beim Schadholz-Anfall sind überwunden. Für das laufende Forstwirtschaftsjahr 2025/26 rechnet die Behörde mit rund 140.000 Kubikmetern Schadholz – auf Vorjahresniveau.
Zum Vergleich: Zwischen 2017 und 2023 fielen in Sachsens Wäldern mehr als 7 Millionen Kubikmeter Schadholz an. Als Gründe für die Entspannung nennt Sachsenforst ein verringertes Angebot an Brutmaterial für den Borkenkäfer, optimierte Bekämpfungsroutinen und feuchtere Witterung. Die aktuellen Fangzahlen der Schädlinge seien sehr gering. Allerdings bleibt die Waldbrandgefahr aufgrund der Wetterlage hoch.
Die Stabilisierung der heimischen Rohstoffbasis steht in scharfem Kontrast zu den komplexen globalen Handelsströmen. Verarbeitete Holzprodukte wie Birkensperrholz werden dort zunehmend zum Gegenstand intensiver Compliance-Prüfungen.
