Höhbauer GmbH insolvent: 325 Beschäftigte betroffen, Produktion läuft weiter
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der bayerische Fenster- und Türenhersteller Höhbauer GmbH hat Insolvenz angemeldet. Von dem Verfahren am traditionsreichen Unternehmensstandort in der Oberpfalz sind rund 325 Mitarbeitende betroffen. Das zuständige Amtsgericht Weiden ordnete an einem Montag die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Betriebs aus Luhe-Wildenau im Landkreis Neustadt an der Waldnaab an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt.
Trotz des laufenden Verfahrens wird die Produktion vorerst nicht unterbrochen. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, läuft der Geschäftsbetrieb regulär weiter. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind bis einschließlich November über die Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Insolvenzgeldes gesichert.
Ursachen und Marktumfeld
Als wesentliche Gründe für den Schritt zur Insolvenz gelten anhaltend hohe Belastungen auf der Kostenseite. Neben gestiegenen Ausgaben für Personal, Energie und Rohmaterialien machten dem Betrieb vor allem höhere Zinsen zu schaffen. Diese Faktoren führten in Kombination mit einer spürbar gesunkenen Nachfrage in der Baubranche zu einer zunehmenden wirtschaftlichen Schieflage.
Bereits im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/24 hatte das Management die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem Markt thematisiert. Die Bau- und Immobilienwirtschaft verzeichnete in den vergangenen Quartalen eine allgemeine Zurückhaltung bei Neubau- und Sanierungsprojekten, was sich direkt auf Zulieferer und Hersteller von Bauelementen auswirkte.
Die Insolvenz eines Bauelementeherstellers aus der Oberpfalz mit rund 325 Beschäftigten zeigt, wie schnell gestiegene Personal-, Energie- und Materialkosten zusammen mit höheren Zinsen und gesunkener Baunachfrage einen Betrieb in Schieflage bringen — auch wenn die Produktion zunächst weiterläuft. Für Zulieferer stellt sich damit die Frage, wie belastbar die eigene Kapitalstruktur noch ist. Der kostenlose Leitfaden zeigt, mit welchen Kennzahlen Sie Liquidität und Zinslast früh prüfen und wann ein strukturierter Investorenprozess sinnvoll wird. Leitfaden zur Sanierungsfähigkeit jetzt anfordern
Investorenprozess soll zeitnah starten
Insolvenzverwalter Böhm prüft derzeit die bestehenden Optionen für eine Sanierung des Bauelementeherstellers. Um das Unternehmen dauerhaft auf tragfähige Beine zu stellen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, soll zeitnah ein strukturierter Investorenprozess initiiert werden. Ziel dabei ist es, strategische oder finanzielle Partner für einen Einstieg oder eine Übernahme zu gewinnen.
Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist zuletzt deutlich zurückgegangen, und viele Zulieferer arbeiten weiter, obwohl die Marge längst nicht mehr trägt. Wer erst reagiert, wenn die Liquidität reißt, hat im Investorenprozess kaum noch Spielraum. Dieser Leitfaden führt Sie durch eine nüchterne Standortbestimmung: von der Zinslast- und Liquiditätsanalyse bis zu den Unterlagen, die strategische oder finanzielle Partner im Einstiegsfall erwarten. Jetzt Standortbestimmung starten
Die Höhbauer GmbH ist auf die Fertigung von Fenstern und Türen aus Holz, Aluminium und Kunststoff spezialisiert. Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Historie zurück: Es wurde im Jahr 1950 von Michael Höhbauer ursprünglich als Zimmerei gegründet.
Nach Jahrzehnten des Ausbaus zu einem überregional bekannten Industrieunternehmen feierte der Betrieb im Jahr 2025 sein 75-jähriges Bestehen. Geleitet wird das Unternehmen von Geschäftsführer Christoph Höhbauer. In den kommenden Wochen soll sich entscheiden, welche Perspektiven sich für das Werk in Luhe-Wildenau und die dort Beschäftigten realisieren lassen.
Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Bayern: Höhbauer Gmbh meldet Insolvenz an – wie geht es mit dem Betrieb und den ca. 325 Angestellten weiter?“
