Hochwald-Molkerei, Arbeitsplätze

Hochwald-Molkerei: 80 Arbeitsplätze in Kaiserslautern werden gestrichen

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hochwald beendet Produktion in Kaiserslautern bis Jahresende. Rund 80 Stellen entfallen, Exportvolatilität und fehlende Rentabilität sind die Gründe.

Hochwald Molkerei schließt Standort Kaiserslautern: 80 Jobs betroffen
Industrielle Molkerei-Anlage mit Edelstahltanks vor einem bewölkten Himmel bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die genossenschaftlich organisierte Molkerei Hochwald hat am 13. August 2026 die vollständige Schließung ihres Standorts in Kaiserslautern bekannt gegeben. Von der Maßnahme in der Merkurstraße sind rund 80 Arbeitsplätze direkt betroffen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit einer mangelnden Rentabilität des Werks sowie massiven Schwankungen im Exportgeschäft, insbesondere auf dem chinesischen Markt.

Zweistufiger Prozess der Werksschließung

Die Einstellung des Betriebs in Kaiserslautern ist nicht als abrupter Stopp, sondern als gestufter Prozess geplant. Nach den derzeitigen Plänen der Unternehmensführung wird der Hauptteil des Standorts bereits im September 2026 geschlossen. Dieser Schritt umfasst den Großteil der Produktion und der damit verbundenen administrativen Aufgaben.

In einer zweiten Phase bleibt lediglich die Milchannahmestelle am Standort Merkurstraße vorerst in Betrieb. Dort werden nach Angaben des Unternehmens noch fünf bis zehn Mitarbeiter beschäftigt sein, um die logistische Abwicklung der Rohmilchanlieferungen sicherzustellen. Dieser Teilbetrieb soll jedoch spätestens bis zum Jahresende ebenfalls eingestellt werden, womit die Präsenz der Molkerei in Kaiserslautern endet.

Wirtschaftliche Hintergründe und Exportprobleme

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Als ausschlaggebend für die Standortentscheidung nannte Hochwald die wirtschaftliche Situation des Werks. Der Standort sei nicht mehr rentabel zu betreiben. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung liege im internationalen Geschäft. Der Absatz von Molkereiprodukten nach China, der für das Unternehmen eine bedeutende Rolle spielt, sei zuletzt starken Schwankungen unterworfen gewesen. Diese Instabilität habe eine wirtschaftliche Fortführung des Betriebs in Kaiserslautern unmöglich gemacht.

Die Entscheidung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der die Produktionskapazitäten gebündelt werden sollen. Durch die Konzentration auf leistungsfähigere Einheiten erhofft sich das Unternehmen, die Effizienz in der Verarbeitung zu steigern und den volatilen Bedingungen auf dem Weltmarkt besser begegnen zu können.

Perspektiven für Mitarbeiter und Landwirte

Für die rund 80 Beschäftigten in Kaiserslautern haben bereits Gespräche über die weitere Zukunft begonnen. Das Unternehmen erklärte, den betroffenen Mitarbeitern Angebote für eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten der Molkerei zu unterbreiten. Gleichzeitig werden Verhandlungen über einen Sozialplan geführt, um die sozialen Härten der Standortschließung abzufedern und faire Bedingungen für das Ausscheiden oder den Wechsel des Personals zu schaffen.

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Für die Landwirte in der Region soll die Schließung des Werks hingegen keine unmittelbaren negativen Folgen für die Vermarktung ihrer Produkte haben. Hochwald betonte, dass die Milchabholung bei den Erzeugern weiterhin im gewohnten Umfang bestehen bleibe. Die Verarbeitung der in der Region gesammelten Rohmilch werde künftig an die Standorte in Thalfang oder Mechernich verlagert. Damit bleibt die Abnahmegarantie für die genossenschaftlichen Mitglieder gewahrt, während die industrielle Weiterverarbeitung in größere, zentralisierte Einheiten überführt wird.

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