Hitzefolgen: 112,5 Milliarden Euro Schaden für deutsche Wirtschaft bis 2030
29.05.2026 - 09:07:29 | boerse-global.de
Steigende Temperaturen und immer häufigere Hitzewellen werden der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren massiv zusetzen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Versicherers Allianz Trade hervor.
Produktivitätseinbußen und steigende Energiekosten
Die Analyse zeigt: Extreme Wetterbedingungen belasten die industrielle Produktion bereits heute spürbar. Für jedes Grad über 30 Grad Celsius sinkt die Arbeitsproduktivität in Deutschland um drei Prozent. Hinzu kommen steigende Kosten für Kühlung und Betriebsinfrastruktur – die Energiekosten steigen pro Grad über der 30-Grad-Marke um 1,2 Prozent.
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Die Folgen sind enorm: Das Bruttoinlandsprodukt könnte durch häufigere und intensivere Hitzewellen um bis zu drei Prozent schrumpfen. Insgesamt summiert sich der wirtschaftliche Schaden für Deutschland bis 2030 auf 112,5 Milliarden Euro.
Infrastruktur-Lücke zu den USA
Besonders brisant: Europa ist auf die Hitzewellen kaum vorbereitet. Während in den USA rund 90 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage verfügen, sind es in Europa gerade einmal 19 Prozent. Diese eklatante Lücke macht die europäische Wirtschaft extrem anfällig für hitzebedingte Störungen.
Die finanziellen Folgen treffen auch die öffentlichen Haushalte. Die Studie prognostiziert, dass die Steuereinnahmen in Deutschland um 0,7 Prozent zurückgehen könnten. Die gesamte Haushaltslage dürfte sich jährlich um 0,9 Prozent des BIP verschlechtern – Geld, das für die Bewältigung der Hitzefolgen gebraucht wird.
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Europa erwärmt sich doppelt so schnell
Die wirtschaftlichen Warnungen fallen zusammen mit alarmierenden Daten der Weltwetterorganisation (WMO). Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit bei 86 Prozent, dass noch vor 2030 ein Jahr ein neuer globaler Temperaturrekord aufgestellt wird. Mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird die globale Durchschnittstemperatur zwischen 2026 und 2030 mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen.
Besonders besorgniserregend: Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Temperaturrekorde in Großbritannien und Frankreich im Frühjahr untermauern diesen Trend. Der Deutsche Wetterdienst warnt zudem vor sekundären Wetterrisiken: Nach extremen Hitzephasen drohen in Nord- und Süddeutschland schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel.
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