Hitze, Arbeitsplatz

Hitze am Arbeitsplatz: Unfallrisiko steigt ab 30 Grad um 7%

08.06.2026 - 20:32:18 | boerse-global.de

Neue Studie belegt: Ab 30 Grad steigt das Unfallrisiko um sieben Prozent. AK und ÖGB fordern verbindliche Hitzeschutz-Regeln für Innenräume.

AK-Studie: Hitze am Arbeitsplatz erhöht Unfallrisiko deutlich
Hitze - Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen an, im Hintergrund verschwommen arbeitende Menschen in einer modernen Industrieumgebung. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Arbeiterkammer Wien und die MedUni Wien haben heute eine Studie vorgestellt, die alarmierende Zusammenhänge zwischen Hitze und Arbeitssicherheit aufzeigt. Über 17.000 Berechnungen belegen: Schon bei 27 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit deutlich.

Unfallrisiko steigt um sieben Prozent

Die Forschungsergebnisse sind eindeutig. Ab einer Raumtemperatur von 30 Grad steigt das Unfallrisiko um sieben Prozent. Noch kritischer wird es bei einer Körperkerntemperatur von 38,5 Grad – dann muss die Arbeit sofort gestoppt werden.

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Die Langzeitfolgen sind nicht zu unterschätzen. Hitze kann zu Nierenschäden, verminderter Fortpflanzungsfähigkeit und erhöhter Herz-Kreislauf-Sterblichkeit führen. Bereits 51 Fälle von weißem Hautkrebs wurden als Berufskrankheit gemeldet.

AK und ÖGB fordern verbindliche Grenzwerte

Seit Jahresbeginn gilt zwar eine neue Hitzeschutzverordnung. Sie betrifft aber vor allem Arbeiten im Freien. Die Arbeitnehmervertreter wollen das ändern. Sie drängen auf Schutzregeln für Innenräume – besonders in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Schulen.

AK-Bereichsleiterin Ines Stilling bringt es auf den Punkt: Sechs von zehn Beschäftigten bezweifeln laut Umfragen, ihren Job gesund bis zur Rente durchzuhalten. Gefordert werden gesetzliche „Hitzefrei“-Regeln und verpflichtende Messungen mit der Feuchtkugel-Globaltemperatur (WBGT). Bei Extrembedingungen sollen nur noch 15 Minuten Arbeit ohne Pause erlaubt sein.

Symptome erkennen, schnell handeln

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) warnt vor Hitzeerschöpfung. Die Warnsignale: feucht-kalte Haut, hoher Puls, Muskelkrämpfe, Schwindel und Übelkeit. Unbehandelt droht ein lebensgefährlicher Hitzeschlag mit Organ- oder Hirnschäden.

Was tun? Betroffene in kühle Räume bringen, Beine oder Kopf hochlagern, feuchte Tücher auflegen und elektrolythaltige Getränke geben. Unternehmen sollten Arbeitszeiten anpassen, Trinkpausen einführen und Kühlräume schaffen. Technische Lösungen wie Dach-Sprühanlagen oder Ventilatoren kommen etwa in Vietnam bereits zum Einsatz.

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Aktionstage und neue Regeln für Wien

Am 9. Juni startet in Österreich der Aktionstag „Coole Lösungen am Arbeitsplatz“. Einen Tag später informiert in Klagenfurt Umweltmediziner Hans-Peter Hutter über Hitzeschutz für Kommunen. Der Samariterbund Wien meldet: An extrem heißen Tagen steigen die Rettungseinsätze um bis zu 20 Prozent.

Die Stadt Wien reagiert: In Gemeindebauten dürfen künftig unter bestimmten Bedingungen Klimaanlagen installiert werden. Experten warnen jedoch – das allein reicht nicht. Nötig sei eine umfassende Strategie mit nachhaltigen Gebäudesanierungen.

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