Hensoldt, Arbeitsplätze

Hensoldt: 1.600 neue Arbeitsplätze 2026 wegen Rekord-Auftragsbestand

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rüstungskonzern Hensoldt baut mit Milliardeninvestition Kapazitäten aus und schafft tausende neue Stellen.

Hensoldt eröffnet neuen Optronics-Campus: 300 Millionen Investition
Moderne Fertigungshalle eines Verteidigungselektronik-Unternehmens mit Präzisionsoptik und technischer Ausrüstung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat am 23. Juli in Oberkochen einen neuen Optronics-Campus von Hensoldt eröffnet. Der Rüstungskonzern reagiert damit auf die anhaltend hohe Nachfrage und baut seine Kapazitäten massiv aus. 2026 sollen konzernweit 1.600 neue Arbeitsplätze entstehen – nötig wegen des Rekord-Auftragsbestands von knapp zehn Milliarden Euro.

300 Millionen für modernste Fertigung

Auf 41.000 Quadratmetern bündelt Hensoldt in Oberkochen künftig Entwicklung, Produktion und Service für optronische Systeme. Die Investition: 300 Millionen Euro, davon 100 Millionen für den Hochbau und 200 Millionen für die technische Ausstattung. Rund 900 Mitarbeiter arbeiten bereits am Standort, perspektivisch soll die Belegschaft auf bis zu 1.900 wachsen.

Gefertigt werden dort unter anderem Sichtsysteme für Leopard 2 und Puma, Periskope für U-Boote sowie Lasersysteme. Pistorius betonte bei der Eröffnung die Bedeutung stabiler Versorgungsketten für Bundeswehr und NATO. Deutschland müsse rüstungstechnisch unabhängiger werden.

Fachkräfte gesucht – Kooperation mit Voith

Besonders gefragt sind Experten für Systementwicklung, Software, Elektrotechnik und Produktion. Der Konzern setzt dabei auf den strategischen Schwerpunkt „Software Defined Defence“ und die Integration künstlicher Intelligenz in die Sensorik. Um den Personalbedarf zu decken, startete Hensoldt eine Kooperation mit dem Technologiekonzern Voith – inklusive Personalübernahmen.

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Neben Oberkochen und Aalen ist ein neues Werk in Ulm geplant. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche besuchte am 24. Juli den Standort Fürstenfeldbruck und bezeichnete die Expansion als wesentlichen Beitrag zur nationalen Sicherheit.

Auftragsboom treibt Wachstum

Die Zahlen sprechen für sich: Zum März 2026 lag der Auftragsbestand bei 9,8 Milliarden Euro. 2025 erzielte Hensoldt einen Umsatz von 2,46 Milliarden Euro. Die Sparte Optronics verdoppelte ihren Auftragseingang auf über 1,5 Milliarden Euro.

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Ein Treiber ist auch die Ukraine-Unterstützung: Rund 50 TRML-4D Radarsysteme wurden bestellt, Hensoldt unterhält inzwischen ein eigenes Büro vor Ort. Bei den Politikerbesuchen wurden zudem neue Technologien präsentiert – darunter die Drohnenabwehr-Software „Elysion“ und der „MDOcore Battle-Truck“, entstanden mit Partner Helsing. Pistorius sieht Deutschland bei der Drohnentechnologie in Europa führend. Der Bund hält aktuell 25,1 Prozent an dem Rüstungskonzern.

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