HelloFresh, Gewinnprognose

Hellofresh senkt Gewinnziel erneut – Aktie stürzt auf Rekordtief

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Hellofresh senkt wegen schwacher Neukundengewinnung erneut seine Jahresziele. Die Aktie fällt auf ein Rekordtief, während Umsatz und operativer Gewinn deutlich hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben.

Der Absturz an der Börse geht weiter. - Bild: Matthias Bein/dpa
Der Absturz an der Börse geht weiter. - Bild: Matthias Bein/dpa

Hellofresh senkt nach einem enttäuschenden dritten Quartal seine Prognose für 2026 erneut – die Aktie des Berliner Kochboxenversenders fällt daraufhin auf ein Rekordtief.

Umsatz soll stärker sinken

Das Unternehmen rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bisher hatte Hellofresh einen Rückgang von höchstens 6 Prozent erwartet.

Auch die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde reduziert. Es soll 2026 währungsbereinigt zwischen 350 und 370 Millionen Euro liegen; zuvor hatte die Spanne 375 bis 425 Millionen Euro betragen.

Neukundengeschäft bleibt hinter Erwartungen

Nach Angaben des Unternehmens konnten rund um das Ende der Sommerferien in der sogenannten Back-to-school-Periode nicht genügend Neukunden gewonnen werden. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz deshalb prozentual zweistellig um 11 bis 12 Prozent zurückgegangen sein.

Der operative Gewinn soll wegen geringerer Marketingausgaben zwar 45 bis 55 Millionen Euro erreichen und damit über dem Vorjahreswert von 40 Millionen Euro liegen. Die Entwicklung bleibt jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Aktie verliert fast zwei Drittel im Jahresverlauf

Nach Handelsbeginn verlor die Aktie fast 13 Prozent und fiel auf 2,21 Euro. Damit hat das Papier im laufenden Jahr bereits fast zwei Drittel seines Wertes eingebüßt.

Hellofresh wird an der Börse inzwischen nur noch mit rund 350 Millionen Euro bewertet. Zum Höhepunkt der Pandemie lag die Marktkapitalisierung bei mehr als 16 Milliarden Euro; das damalige Rekordhoch der Aktie betrug im Herbst 2021 fast 100 Euro.

Vom Dax in den SDax

Wegen seines hohen Börsenwerts war Hellofresh von September 2021 bis September 2022 im Dax vertreten. Inzwischen gehört das 2017 an die Börse gebrachte Unternehmen nur noch dem SDax an. Der Ausgabepreis der Aktie hatte bei 10,25 Euro gelegen.

Vom Pandemieboom zur anhaltenden Korrektur

Hellofresh profitierte während der Covid-Pandemie stark davon, dass viele Menschen zu Hause kochten und Kochboxen bestellten. Der damalige Nachfrageboom trieb die Aktie im Herbst 2021 auf fast 100 Euro und die Marktkapitalisierung auf mehr als 16 Milliarden Euro. Mit der Rückkehr zu normalen Alltags- und Konsumgewohnheiten verlor das Geschäftsmodell jedoch einen wesentlichen Sonderimpuls.

Die nun erneut gesenkte Prognose zeigt, dass Hellofresh nicht nur unter einem schwachen Quartal leidet. Entscheidend ist die Neukundengewinnung: Bleiben neue Abonnenten aus, sinkt das Volumen, während Marketingausgaben und Logistikaufwand genau austariert werden müssen. Dass der operative Gewinn trotz geringerer Marketingausgaben unter den Erwartungen liegt, unterstreicht den Druck auf das Kerngeschäft.

Bedeutung für Unternehmen und Anleger

Für Hellofresh verschiebt sich damit der Schwerpunkt von starkem Wachstum zu Stabilisierung und Kostendisziplin. Die niedrigere Umsatz- und Ebitda-Prognose kann weitere Anpassungen bei Marketing, Sortiment und internationalen Aktivitäten erforderlich machen. Anleger müssen zugleich mit höherer Unsicherheit über die Erholung rechnen; der Kursverlust und die geringe Marktkapitalisierung erhöhen die Empfindlichkeit gegenüber weiteren Prognoseänderungen.

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