Heizperiode, Versorger

Heizperiode 2026: 65 Prozent der Versorger rechnen mit höheren Erdgaspreisen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine VKU-Umfrage zeigt erwartete Preissteigerungen bei Gas, Fernwärme und Strom; Netzentgelte und Investitionen belasten die Versorger.

Stadtwerke rechnen zum Heizperiodenstart mit höheren Energiepreisen
Ein modernes Fernwärmerohr in einem städtischen Umfeld mit aufsteigendem Dampf an einem kühlen Herbstmorgen. Illustration mit AI erstellt.

Zum Start der Heizperiode müssen sich viele Verbraucher auf steigende Ausgaben für Wärme und Strom einstellen. Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 757 angeschriebenen Stadtwerken und kommunalen Versorgern zeigt, dass 65 Prozent der teilnehmenden Unternehmen mit höheren Erdgaspreisen im Vergleich zur Heizperiode 2025/2026 rechnen. Bei den Fernwärmepreisen gehen 54 Prozent von einem Preisanstieg aus, während 49 Prozent der Versorger höhere Strompreise erwarten.

An der Befragung, die vom 3. August bis zum 1. September 2026 durchgeführt wurde, beteiligten sich 225 Versorger, was einer Rücklaufquote von 29,7 Prozent entspricht.

Stabilere Tarife sind nur bei einem Teil der Versorger vorgesehen: Unveränderte Preise planen laut der Erhebung 45 Prozent der Stadtwerke beim Strom, 41 Prozent bei der Fernwärme und 30 Prozent beim Erdgas. Preissenkungen hat dagegen lediglich knapp jedes zwölfte Stadtwerk in Aussicht gestellt.

Netzentgelte und Beschaffungskosten als Preistreiber

Als wesentliche Gründe für die anstehenden Verteuerungen verweisen die kommunalen Versorger auf mehrere Kostenfaktoren. An erster Stelle stehen die Strom-Netzentgelte und damit verbundene Investitionen, die von 82 Prozent der Stadtwerke als Ursache genannt werden.

Dahinter folgen die allgemeinen Großhandelspreise mit 70 Prozent sowie die Entwicklungen im Gas-Großhandel mit 67 Prozent. Für 68 Prozent der Versorger spielen zudem die laufenden Investitionen in Fernwärmenetze eine ausschlaggebende Rolle bei der Preisgestaltung.

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Auch der Blick auf die langfristige Entwicklung der Wärmekosten bleibt von Skepsis geprägt. Auf die Frage nach einer dauerhaft bezahlbaren Wärmeversorgung antworteten 31 Prozent der befragten Stadtwerke mit Ja, während 35 Prozent dies verneinten und 34 Prozent unentschieden blieben.

Vor einem Jahr hatten noch 51 Prozent der Versorger die langfristige Bezahlbarkeit als nicht gesichert eingestuft. Angesichts des hohen Transformations- und Ausbaubedarfs fordert der VKU von der Politik eine finanzielle Unterstützung und plädiert für eine jährlich Förderung von mindestens 3,5 Milliarden Euro für Wärmenetze.

Angespannte Lage auf dem gesamten Heizenergiemarkt

Der Kostendruck zeigt sich auch bei anderen Energieträgern. Zum Start der Heizsaison meldet das Portal HeizOel24 für Deutschland einen bundesweiten Durchschnittspreis von 1,69 Euro pro Liter Heizöl. Dies entspricht einem Anstieg von rund 2 Cent gegenüber dem Vortag und liegt gut 6 Cent über dem Monatsdurchschnitt des Septembers. Bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern lag der Preis bei 169,04 Euro pro 100 Liter.

Die jüngsten Daten unterstreichen einen längerfristigen Trend bei den Wohnnebenkosten. Laut dem aktuellen Atlas des Immobiliendienstleisters Techem lagen die Heizkosten in deutschen Mehrfamilienhäusern im Jahr 2025 pro Quadratmeter bereits 45 Prozent über dem Niveau von 2021, während sich die Energiepreise im selben Zeitraum um rund 82 Prozent verteuerten.

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Zeitgleich verzeichnete das Statistische Bundesamt für September 2026 vorläufig einen Anstieg der Energiepreise von 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auf politischer Ebene hatte die Bundesregierung am 28. August 2026 Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen, um den Ausbau und die Dekarbonisierung der Nah- und Fernwärme zu regeln. Rund 15 Prozent der deutschen Haushalte beziehen derzeit Nah- oder Fernwärme.

Die geplanten gesetzlichen Maßnahmen sehen unter anderem transparente Preisänderungsklauseln und eine Deckelung der Mietkostenumlage für Heizungsmodernisierungen auf höchstens 0,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im Monat vor. Bis August 2026 hatten rund zwei Drittel der etwa 10.700 Städte und Gemeinden in Deutschland die kommunale Wärmeplanung begonnen oder bereits abgeschlossen.

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