Heizölkosten, Haushalte

Heizölkosten steigen um 24 Prozent: So können Haushalte gegensteuern

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KLiBA nennt Einsparungen durch Heizungswartung; co2online erwartet 2026 höhere Heizöl- und Pelletkosten.

Heizperiode 2026: Wartung und Spartipps senken den Energieverbrauch
Ein weißer, moderner Heizkörper an einer schlichten Wand in einem hellen, aufgeräumten Wohnraum. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit und dem Start der Heizperiode rückt der Zustand der heimischen Heizanlagen wieder in den Fokus. Eigentümer und Mieter werden dazu aufgerufen, ihre Heizsysteme eingehend zu überprüfen und die Heizkörper bei Bedarf zu entlüften.

Durch gezielte Vorbereitungen und Anpassungen im Betrieb lassen sich nicht nur der Energieverbrauch und die laufenden Kosten senken, sondern auch die Funktionalität der Anlagen sichern.

Wartung und technische Optimierung

Die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur KLiBA empfiehlt, vor dem Start der Heizperiode eine professionelle Heizungswartung vornehmen zu lassen, die Heizkörper zu entlüften sowie den Systemdruck zu kontrollieren. Nach Angaben der KLiBA spart eine jährliche Wartung bis zu 10 % Energie ein. Hausbesitzende können zudem 20 % der ausgewiesenen Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten steuerlich geltend machen.

Darüber hinaus weist die KLiBA auf Einsparpotenziale bei der Anlagentechnik hin: Der Austausch einer alten ungeregelten Heizungspumpe gegen eine Hocheffizienzpumpe reduziere die Stromkosten um bis zu 100 Euro pro Jahr. Für entsprechende Maßnahmen zur Heizungsoptimierung sei zudem ein Zuschuss von bis zu 20 % der Investitionskosten möglich. Auch der Einsatz elektronischer Thermostate lohne sich, da diese bis zu 10 % an Heizkosten einsparen können.

Reinigung und richtiges Reglerverhalten

Vor der Inbetriebnahme spielt auch die Sauberkeit der Anlagen eine Rolle. Staub zwischen den Heizkörperlamellen kann die Wärmeabgabe sowie die Luftzirkulation beeinträchtigen und beim ersten Aufheizen aufgewirbelt werden. Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, losen Staub abzusaugen und schwer erreichbare Zwischenräume vorsichtig mit einer sauberen, ausrangierten Zahnbürste zu säubern.

Der gelöste Schmutz sollte anschließend abgesaugt oder feucht aufgenommen werden. Die Heizkörper müssen dafür zuvor ausgeschaltet und komplett abgekühlt sein. Bei elektrischen Heizgeräten sind stets die Herstellerhinweise zu beachten und Wasser von den Komponenten fernzuhalten.

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Fachleute raten zudem, die Heizung im Alltag nicht vollständig abzuschalten und neben dem Entlüften auch die Heizkurve zu überprüfen. Bei der Einstellung der Thermostate ist zu beachten, dass Stufe 3 meist einer Temperatur von 20 bis 21 °C entspricht, während Stufe 5 etwa 28 °C bedeutet und den Raum nicht schneller erwärmt.

Türen zu länger ungenutzten, kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben. Sobald die Luftfeuchtigkeit einen Wert von über 60 % übersteigt, sollte gelüftet werden. Fachleute empfehlen dabei kurzes Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster.

Kostenaussichten und Verhaltensempfehlungen

Nach einer Prognose der Beratungsgesellschaft co2online steigen die Heizölkosten für eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus im Jahr 2026 gegenüber 2025 um 24 %, während die Kosten für Holzpellets um 17 % zulegen.

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Bei Fernwärme und Wärmepumpen wird ein Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich prognostiziert, während die Kosten für Erdgas leicht sinken. Laut co2online weisen 9 von 10 Haushalten Sparpotenzial auf, was durchschnittlich 465 Euro pro Jahr in Wohnungen und 1.000 Euro pro Jahr in Einfamilienhäusern entspricht.

Die Verbraucherzentralen heben hervor, dass bereits 1 °C weniger Raumtemperatur rund 6 % Energie einspart. Als Richtwerte werden 20 °C im Wohnzimmer, 18 °C im Schlafzimmer und 16 °C in wenig genutzten Räumen genannt. Heizkörper sollten zudem mindestens 30 cm freigehalten werden.

Ungedämmte Nischen können jährliche Verluste von bis zu 30 Euro pro Quadratmeter Nischenfläche verursachen, während eine Rohrdämmung bis zu 10 Euro je Meter und Jahr einspart. Zum Lüften raten die Verbraucherzentralen zu drei- bis viermal täglichem Stoßlüften, bei Wind oder Kälte für 3 bis 5 Minuten.

Hinsichtlich der Nachtabsenkung verweist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz darauf, dass diese Maßnahme vor allem bei Gas- und Ölheizungen sinnvoll ist, nicht jedoch bei Wärmepumpen und modernen Brennwertheizungen. Im Kanton Uri bietet das Amt für Umwelt zudem wieder kostenlose Radonmessungen mit Dosimetern an, idealerweise ganzjährig oder für mindestens 3 Monate während der Heizperiode von Oktober bis März.

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