Heizkosten senken: Entlüften spart laut Fachleuten rund 15 Prozent Energie
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 07:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deVor dem Start der Heizperiode rät der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) privaten Haushalten zu einer gründlichen Überprüfung der Heizanlage. Um die Effizienz der Systeme sicherzustellen, empfiehlt der Branchenverband mit Sitz in Berlin, Heizkörper rechtzeitig zu entlüften und den Wasserdruck am Manometer zu kontrollieren.
Befindet sich Luft im Leitungssystem, verringert dies den Wirkungsgrad, während ein zu niedriger Betriebsdruck die Heizleistung spürbar mindert. Darüber hinaus verweist der Verband auf den Nutzen eines hydraulischen Abgleichs durch einen Fachbetrieb sowie die Kontrolle programmierbarer Thermostate und deren Batteriestand.
Wartung und Raumtemperaturen als Hebel gegen steigende Kosten
Der technische Zustand der Anlage hat direkten Einfluss auf den Energieverbrauch. Wie Fachleute des Schweizer Bundesamts für Energie hervorheben, kann bereits das Entlüften der Heizkörper rund 15 Prozent Heizenergie einsparen. Ablagerungen im Kessel von nur einem Millimeter Stärke steigern die Heizkosten dagegen um etwa 5 Prozent.
Neben technischen Maßnahmen bietet das Nutzungsverhalten weiteres Sparpotenzial. Laut Umweltbundesamt genügen in Wohnräumen häufig etwa 20 Grad. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt für Wohnbereiche maximal 20 Grad, was auf gängigen Thermostaten Stufe 2 bis 3 entspricht.
In ungenutzten Räumen sowie nachts reiche eine Absenkung auf Stufe 1 beziehungsweise 16 Grad aus; ein komplettes Abdrehen sollte vermieden werden. Auch der Verband Haus & Grund Grafschaft Moers warnt vor übertriebenem Heizverzicht: Ein zu starkes Auskühlen der Räume bei unzureichender Lüftung begünstigt Feuchtigkeits- und Schimmelschäden.
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Zur Vermeidung von Feuchtigkeitsproblemen raten Verbraucherschützer und das Umweltbundesamt zu regelmäßigem Stoßlüften von drei bis fünf Minuten Dauer bei weit geöffneten Fenstern anstelle dauerhaft gekippter Fenster.
Kostendruck bei fossilen Brennstoffen
Die Empfehlungen zur Effizienzsteigerung fallen in eine Phase spürbar anziehender Energiepreise. Nach Erhebungen des Portals Der Westen steigen die Kosten für das Heizen mit Öl im Jahr 2026 voraussichtlich auf etwa 2.745 Euro nach rund 2.145 Euro im Vorjahr, was einem Plus von 28 Prozent entspricht.
Für Holzpellets wird ein Anstieg von rund 1.415 Euro im Jahr 2025 auf etwa 1.740 Euro im Jahr 2026 erwartet. Bei Wärmepumpen bewegen sich die Kosten mit etwa 1.300 Euro (Vorjahr: rund 1.260 Euro) auf einem moderateren Pfad, während Gasheizungen im Schnitt bei rund 1.930 Euro liegen.
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Auch auf dem Gasmarkt zeichnen sich Belastungen ab. Das Vergleichsportal Verivox erwartet zum Jahreswechsel 2026/2027 Tarifsteigerungen von 10 bis 20 Prozent, getrieben durch gestiegene Beschaffungskosten infolge des Iran-Krieges.
Bei einer Jahresrechnung von 2.400 Euro bedeute ein Anstieg um 20 Prozent eine Mehrbelastung von 480 Euro im Jahr. Zudem steigen die Gasnetzentgelte im bundesweiten Durchschnitt für 2027 um rund 3 Prozent. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Kunden bei angekündigten Preiserhöhungen ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht zusteht.
Hinsichtlich künftiger Energieträger verweist der DVFG neben herkömmlichem Flüssiggas aus Propan und Butan auf biogenes Flüssiggas sowie künftig erneuerbaren Dimethylether (rDME) als Alternativen zur Senkung der Emissionen im Gebäudesektor.
