Heizkosten, Herbst

Heizkosten Herbst 2026: Gas 14 Cent, Strom 41 Cent pro kWh

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Gasspeicher bieten eine Basis für den Herbst, zugleich drohen höhere Haushaltskosten. Wärmepumpen und Solarstrom eröffnen Alternativen.

Heizkosten im Herbst: Gasversorgung, Wärmepumpen und Risiken
Ein technischer Raum mit isolierten Heizungsrohren und Ventilen an einer Betonwand in einem Wohngebäude. Illustration mit AI erstellt.

In einer ausführlichen Berichterstattung hat die WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ über die Heizstrategien für den kommenden Herbst informiert. Im Zentrum der Analyse standen dabei die aktuelle Versorgungslage mit Erdgas, die Kostenentwicklung für private Haushalte sowie technische Alternativen für die Wärmeversorgung in Wohnimmobilien.

Versorgungslage und Preisprognosen für Erdgas

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die deutschen Gasspeicher derzeit mit über 136 TWh gefüllt, was einer Kapazität von gut 55 % entspricht. Dieser Wert liegt bereits über der Gesamtmenge von knapp 134 TWh, die im gesamten vergangenen Winterhalbjahr aus den Speichern entnommen wurde. Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller betonte in diesem Zusammenhang, dass die Speicherstände damit eine solide Basis für die kalte Jahreszeit böten.

Trotz der Tatsache, dass die Füllstände niedriger ausfallen als in den Vorjahren, verwies die Behörde auf zusätzliche Kapazitäten durch LNG-Terminals und Pipelines aus Norwegen. Die LNG-Terminals seien derzeit zu etwa 45 % ausgelastet, was Raum für zusätzliche Importe lasse.

Müller sprach sich gegen staatliche Eingriffe aus und setzt stattdessen auf die Lieferpflichten der Händler. Der Speicherverband Ines warnte hingegen vor historisch niedrigen Füllständen.

Hinsichtlich der Kostenentwicklung erwartet das Vergleichsportal Verivox steigende Gaspreise für private Haushalte, wobei als Ursache unter anderem der Krieg im Iran angeführt wird. Deutschland verbraucht jährlich rund 860 TWh Gas, wovon etwa 350 TWh auf die Gebäudeheizung entfallen.

Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen und energetischer Sanierung

Die Verbraucherzentrale stellte Kostenvergleiche zwischen verschiedenen Energieträgern auf. Während eine Kilowattstunde (kWh) Gas mit 14 Cent veranschlagt wird, liegt der Strompreis bei 41 Cent pro kWh.

Bei einer vollständigen Umstellung der Wärmeversorgung auf Strom – etwa durch Heizlüfter oder Elektro-Radiatoren – könne sich die Rechnung für einen Haushalt verfünf- bis verzehnfachen. Eine Wärmepumpe benötige hingegen für die gleiche Wärmemenge nur ein Viertel des Stroms.

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Technische Analysen zeigen, dass Wärmepumpen und Klimaanlagen technisch identisch arbeiten. Für einen unsanierten Altbau mit 120 Quadratmetern Fläche werden die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Förderung auf 15.000 bis 20.000 Euro geschätzt.

Eine Split-Klimaanlage für zwei Räume sei für 7.000 bis 10.000 Euro realisierbar. In skandinavischen Ländern wie Norwegen oder Finnland heizen bereits 50 % bis zwei Drittel der Haushalte mit solchen Split-Geräten.

Der Modernisierungsbedarf im deutschen Wohnbestand ist erheblich; Schätzungen zufolge benötigen rund 70 % der Gebäude Anpassungen. Auch im europäischen Ausland ist die Lage kritisch: In Spanien gelten laut einem Bericht des Unternehmens Accumin 94 % der Wohnungen als energieineffizient. In den Niederlanden waren Anfang 2025 lediglich 32 % der Wohnungen ausreichend isoliert.

Dezentrale Energieversorgung und Netzstabilität

Ein weiterer Fokus liegt auf der Einbindung von Solarenergie. Eine Auswertung von 110.000 Solaranlagen durch den E3/DC-Chef Piepenbrink ergab, dass Solarstrom die Ortsnetze nicht überlastet. Rund 98 % des Stroms von Kleinanlagen bis 25 kW würden direkt vor Ort verbraucht.

Dennoch plant die Bundesregierung eine EEG-Reform, nach der kleine Solaranlagen künftig maximal 50 % ihrer Leistung einspeisen dürfen, was auch Heimspeicher und Elektroautos betreffen würde. Der VDA kritisierte diese Pläne als nicht sachgerecht.

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Für den Bereich der Netzsteuerung bietet das Unternehmen Smight Lösungen an, um die Auslastung der Niederspannung, die vielerorts nur bei 15 bis 24 % liegt, besser zu managen. Künftig könnten laut gesetzlichen Neuregelungen auch Einspeiseanlagen unter 100 kW in den Redispatch einbezogen werden.

Finanzielle Risiken für Immobilienbesitzer

Neben den Energiekosten belasten Sonderumlagen die Eigentümer. Ein Fall aus Mockrehna in Sachsen verdeutlichte die Risiken durch Insolvenzen innerhalb von Wohnungseigentümergemeinschaften.

Nach der Insolvenz eines Großinvestors wurde für ein Rentner-Ehepaar eine monatliche Sonderumlage von über 2.058 Euro zusätzlich zum Wohngeld fällig, um Nachschüsse gemäß Paragraf 28 WEG zu decken. Solche finanziellen Belastungen treffen Eigentümer oft unvorbereitet und verschärfen den Druck durch ohnehin steigende Betriebskosten.

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