Heilmittelkosten: Von 13,3 auf 15 Milliarden Euro in einem Jahr
16.06.2026 - 10:33:08 | boerse-global.de
Rund 2.200 Fachbesucher diskutieren in Bielefeld über die Zukunft der Ergotherapie. Unter dem Motto „Betätigung zählt“ hat der Kongress des Deutschen Verbandes Ergotherapie (DVE) heute begonnen. Der Verband mit knapp 15.000 Mitgliedern nutzt die Veranstaltung für wichtige Weichenstellungen.
Führungswechsel und ausgezeichnete Lehrpläne
Ein bedeutender Einschnitt: Andreas Pfeiffer gab den DVE-Vorsitz ab. Der Kongress würdigte zudem herausragende Leistungen. Der Innovationspreis ging an das Projekt „CurriculumKit“. Die Preisträgerinnen Nicole Kaldewei, Helen Strebel, Nadine Scholz-Schwärzler und Katja Rottmann entwickelten ein neues Lehrplankonzept.
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Prof. Dr. Karim Fereidooni hielt eine Keynote zur Bedeutung von Intersektionalität im Gesundheitswesen. Eine Fachausstellung mit über 70 Ausstellern begleitet den Kongress. Sie zeigt aktuelle Produkte und Dienstleistungen für die therapeutische Praxis.
Streit um Blankoverordnung und Kosten
Ein zentrales Thema: die Ressourcenknappheit und die Einführung der Blankoverordnung. Therapeuten fordern mehr Freiheit bei Behandlungsfrequenz und -dauer. Krankenkassen sehen die Kostenentwicklung kritisch.
Der AOK-Heilmittelreport 2026 liefert die Zahlen: Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2024 rund 13,3 Milliarden Euro für Heilmittel aus. Für 2025 prognostizieren Experten einen Anstieg auf etwa 15 Milliarden Euro. Die Kostenunterschiede sind enorm: Eine durchschnittliche Regelverordnung kostet 214 Euro, eine Blankoverordnung in der Ergo- und Physiotherapie schlägt mit durchschnittlich 714 Euro zu Buche.
Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK und Dr. Carola Reimann vom AOK-Bundesverband mahnten einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Spielräumen an. Die deutlich höhere Behandlungsdauer und -frequenz bereite Sorgen.
Forschung und Prävention im Fokus
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Bereits am 11. Juni zeigte die Branche ihre Innovationskraft. Die Lilly Deutschland Stiftung verlieh in Frankfurt den KONKRET-Preis. Ausgezeichnet wurden unter anderem die App „Between The Lines“ für psychosoziale Hilfe und der KI-Assistent „Tooliip“ für Parkinson-Patienten. Auch das „Haus Atemzeit“ für Familien beatmeter Kinder und das Projekt „Zeit ist Fuß 2.0“ erhielten Preise.
Der Präventionsgedanke gewinnt an Bedeutung. Am 13. Juni nahmen bayernweit rund 15.000 Menschen am Aktionstag „Wir bewegen Bayern“ teil. Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung organisierte die Veranstaltung an fünf Standorten. Die Botschaft: Bewegung beugt Krebs vor.
Am 19. und 20. Juni erwartet Fachbesucher die Messe „therapie MÜNCHEN“. Dort stehen neue Trainingssysteme wie JOKOKO im Fokus. Auch Hilfsmittel, die kognitive und körperliche Übungen verknüpfen, werden präsentiert – speziell entwickelt für die Ergo- und Physiotherapie.
