Handyverzicht: 72.000 Schüler zeigen messbare Erfolge
28.05.2026 - 19:18:45 | boerse-global.deAngesichts steigender psychischer Belastungen bei Jugendlichen und klimatischer Herausforderungen gewinnt die Gesundheitsförnerung an Fahrt.
Smartphone-Verzicht zeigt deutliche Wirkung
Die Ergebnisse eines großangelegten Experiments sorgen für Aufsehen. 72.000 Schüler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien verzichteten drei Wochen lang auf ihre Mobiltelefone. Die am 28. Mai veröffentlichte Auswertung zeigt: Die Schlafqualität verbesserte sich, das allgemeine Wohlbefinden stieg, depressive Symptome gingen zurück.
Die Evangelische Schule Köpenick zieht daraus Konsequenzen. Ab dem kommenden Schuljahr gilt ein generelles Handyverbot für alle Jahrgangsstufen. Ein schulinterner Versuch mit 74 Teilnehmenden hatte zuvor beeindruckende Ergebnisse geliefert: Depressive Symptome sanken um 30 Prozent, Schlafstörungen um 20 Prozent, das Wohlbefinden stieg um 18 Prozent.
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Neue Projektformate für die Generation TikTok
Die Techniker Krankenkasse geht einen anderen Weg. Gemeinsam mit Kopfsachen e.V. und der Social Proof GmbH startete sie am 26. Mai das Modellprojekt „Mental²“. Die Idee: Klassische Workshops mit digitalen Inhalten auf TikTok, Twitch und Reddit kombinieren. Ab dem Spätsommer 2026 läuft das Projekt in Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig an. Evaluieren will man es Mitte 2027.
Lehrer fordern Hitzegrenze für Klassenzimmer
Der Dachverband der Schweizer Lehrer (LCH) macht Druck. Am 27. Mai forderte er einen verbindlichen Hitzegrenzwert von 26 Grad für Schulräume. Der Hintergrund: Messungen aus dem Jahr 2023 belegten in einzelnen Klassenzimmern Temperaturen von bis zu 42 Grad. Der Verband schlägt einen Stufenplan vor – ab 26 Grad soll der Unterricht eingeschränkt, ab 30 Grad komplett eingestellt werden. Langfristig fordert die Organisation Gebäudesanierungen und Klimaanlagen.
Jugendliche wünschen sich mehr Gesundheitsbildung
Eine Studie der vivida bkk aus September 2025 zeigt: Die Jugendlichen selbst wollen mehr. Von über 1.000 Befragten zwischen 14 und 34 Jahren forderten fast 80 Prozent mehr Gesundheitsbildung – am liebsten als eigenes Schulfach. Bisher gab nur ein Drittel an, durch den Unterricht ausreichend über gesundheitsfördernde Maßnahmen informiert zu sein.
Praxisnah: Gesundheitstage und Schwerpunktmonate
An der Rhön-Ulstertal-Regelschule Geisa fand am 27. Mai der zweite Gesundheitstag statt. 17 Workshops zu Yoga, Ernährung, Suchtprävention und Stressbewältigung standen auf dem Programm.
Im Bezirk Leoben beteiligten sich im Mai 26 Schulen an einem Schwerpunktmonat für Sicherheit und Gesundheit. Rund 150 Aktivitäten reagieren auf eine alarmierende Zahl: Jährlich müssen etwa 850 Kinder und Jugendliche aus der Region stationär behandelt werden – Unfallfolgen. In der Steiermark wurden zudem 24 „Gesund informiert“-Lotsen geschult. Sie sollen künftig niedrigschwellig Wissen über psychische Gesundheit in Gemeinschaften vermitteln.
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Auszeichnungen und bewährte Programme
Die Sekundarschule Stemweder Berg wurde am 27. Mai als „Gesunde Schule im Mühlenkreis“ ausgezeichnet. Besonders lobte die Jury ein von Selina Borcherding entwickeltes Modul zu Gesundheit und Wohlergehen.
Beim DAK-Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ setzten sich Mia Fischer und Louisa Fokken von der Wilhelm-Kaisen-Oberschule in Bremen auf Landesebene durch. Bundesweit beteiligten sich 6.000 Jugendliche an der Aktion gegen Alkoholmissbrauch.
Die „Grüne Liste Prävention“ hat für 2026 aktualisierte Empfehlungen veröffentlicht. Als besonders wirksam (Stufe 3) gelten weiterhin „Klasse2000“, das Anti-Raucher-Programm „Be Smart – Don‘t Start“ und das Gewaltpräventionsprogramm „Fairplayer.Manual“. International wurde am 26. Mai das Programm „Meine Werte und Tugenden“ in Montenegro auf 15 weitere Schulen ausgeweitet – ein Signal gegen Gewalt unter Jugendlichen.
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