Handy-Kontrollen, Sachsen-Anhalt

Handy-Kontrollen in Sachsen-Anhalt: 161 Verstöße bei fast 3.300 Fahrzeugen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 20:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Kontrollen von fast 3.300 Fahrzeugen stellte die Polizei zahlreiche Handyverstöße sowie weitere Verkehrsdelikte fest.
Eine menschenleere, nasse Asphaltstraße bei Dämmerung mit reflektierenden Fahrbahnmarkierungen und verschwommenen Straßenlaternen. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen der europaweiten Kontrollaktion „Focus on the Road“ des Netzwerks ROADPOL hat die Landespolizei Sachsen-Anhalt ihren Fokus verstärkt auf das Thema Ablenkung im Straßenverkehr gelegt.

Über 1.000 Polizistinnen und Polizisten kontrollierten in der vorangegangenen Woche landesweit fast 3.300 Fahrzeuge. Dabei registrierten die Einsatzkräfte 161 Verstöße wegen der verbotswidrigen Nutzung elektronischer Geräte wie Mobiltelefonen, Tablets oder Laptops während der Fahrt.

Zahlreiche Verstöße durch Smartphones und Tablets

Auch das Innenministerium Sachsen-Anhalt zog eine entsprechende Bilanz der Maßnahmen. Nach Angaben des Ministeriums wurden bei den Überprüfungen von knapp 3.300 Fahrzeugen rund 160 Personen dabei angetroffen, wie sie während des Fahrens unzulässig elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets oder tragbare Computer bedienten.

Innenministerin Tamara Zieschang stufte die festgestellten Zahlen als alarmierend ein. Sie betonte, es sei erschreckend, dass sich zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer der potenziell schweren Konsequenzen eines flüchtigen Blicks auf das Display noch immer nicht bewusst seien.

Wie Verkehrssicherheitsexperten verdeutlichen, führt bereits eine einzige Sekunde der Unaufmerksamkeit bei einer innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde zu einer Distanz von 14 Metern, die das Fahrzeug praktisch im Blindflug zurücklegt.

Fahndungserfolge und Fahrten unter Rauschmitteleinfluss

Neben der Nutzung von Kommunikationsgeräten deckten die Einsatzkräfte der Landespolizei Sachsen-Anhalt während der Schwerpunktkontrollen weitere Rechtsverstöße auf. So wurden in sieben Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem Betäubungsmittel im Fahrzeuginneren aufgefunden worden waren. Zudem konnten im Zuge der Überprüfungen 14 Personen festgestellt werden, die behördlich zur Fahndung ausgeschrieben waren.

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Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Magdeburg führten die Maßnahmen ebenfalls zu mehreren Verfahren im Zusammenhang mit Rauschmitteln: Die dortigen Beamtinnen und Beamten leiteten sechs Strafverfahren sowie 14 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Einflusses von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln ein.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Pflichten bei Kontrollen

Der Griff zu elektronischen Geräten birgt neben dem Unfallrisiko auch rechtliche Sanktionen. So ist nach § 23 Abs. 1c der Straßenverkehrsordnung unter anderem auch die Nutzung von Warn-Apps vor Geschwindigkeitsmessungen während der Fahrt untersagt, was laut dem ADAC ebenfalls für Mitfahrende gilt. Ein solcher Verstoß zieht eine Geldbuße von 75 Euro sowie einen Punkt im Fahreignungsregister nach sich.

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Schon die Nutzung einer Warn-App vor Blitzern während der Fahrt kostet 75 Euro und einen Punkt — auch für Mitfahrende. Wer weiß, wann die Polizei das Handy überhaupt kontrollieren darf und wann nicht, bleibt in der Kontrolle handlungsfähig. Der Leitfaden erklärt Ihre Rechte und Pflichten Schritt für Schritt. Rechte bei der Kontrolle nachlesen

Fachanwälte für Verkehrsrecht und juristische Experten verweisen darauf, dass die Polizei ein Mobiltelefon grundsätzlich nur bei Vorliegen eines konkreten Anfangsverdachts kontrollieren oder zur Beweissicherung einbeziehen darf. Ohne einen solchen Verdacht kann die Herausgabe verweigert werden, sofern kein richterlicher Beschluss vorliegt.

Rechtsexperten raten Verkehrsteilnehmern bei Kontrollen grundsätzlich zu einem sachlichen und kooperativen Auftreten, betonen jedoch gleichzeitig das Recht, einzelnen freiwilligen Maßnahmen wie Atemtests oder der anlasslosen Öffnung des Kofferraums zu widersprechen.

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