Handwerksnachfolge, Betrieb

Handwerksnachfolge: Jeder dritte Betrieb steht binnen fünf Jahren vor Übergabe

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Landtagsbeschluss sieht höhere Zuschüsse vor; Hansgrohe unterstützt Nachfolger, während die IHK mehr Gründungsberatungen meldet.

Thüringen plant höhere Meisterprämien für Handwerk und Betriebsgründungen
Eine traditionelle Handwerkswerkstatt mit einer robusten Werkbank und hochwertigen Werkzeugen bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Sicherung qualifizierter Fachkräfte und die geregelte Nachfolge in Handwerksbetrieben stehen zunehmend im Fokus der Wirtschaftspolitik. Vor dem Hintergrund des anstehenden Generationenwechsels rücken Förderprogramme für den Handwerksnachwuchs verstärkt in die Debatte.

Ein zentraler Ansatzpunkt sind finanzielle Hilfen für angehende Führungskräfte: So sieht ein parlamentischer Beschluss von SPD, CDU und BSW im Thüringer Landtag vor, den Meisterbonus für bestandene Prüfungen auf 2.000 Euro zu verdoppeln und die Meistergründungsprämie auf 10.000 Euro anzuheben. Die Gründungsförderung soll dabei gleichermaßen für Neugründungen, Betriebsübernahmen sowie Beteiligungen greifen.

Handwerk vor dem Generationswechsel

Die Notwendigkeit finanzieller und struktureller Unterstützung zeigt sich mit Blick auf die demografische Entwicklung der Branche. Das deutsche Handwerk umfasst rund 1 Million Betriebe mit etwa 5,6 Millionen Beschäftigten und mehr als 130 anerkannten Ausbildungsberufen. Mittlerweile wird rund ein Viertel der Neugründungen im Handwerk von Frauen initiiert.

Gleichzeitig verschärft sich die Nachfolgeproblematik. Das Sanitärunternehmen Hansgrohe weist darauf hin, dass in Deutschland innerhalb der nächsten fünf Jahre rund jeder dritte Handwerksbetrieb vor einer Übergabe steht. Um Betriebsinhaber und Nachfolger zu unterstützen, startete das Unternehmen den „Hans!

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Fachkräftesicherung und Chancengleichheit als politische Motive

Die Aufstockung staatlicher Zuschüsse zielt darauf ab, Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit abzubauen. SPD-Fraktionssprecher Moritz Kalthoff begründete die Anhebung von Meisterbonus und Meistergründungsprämie mit dem Ziel der Fachkräftesicherung und der Schaffung von mehr Chancengleichheit für Absolventen der beruflichen Bildung.

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Auch von Verbandsseite wird die Bedeutung solider Rahmenbedingungen hervorgehoben. ZDH-Präsident Jörg Dittrich erklärte anlässlich einer Bildungskonferenz, eine qualitativ hochwertige Schul- und Berufsausbildung bilde das Fundament für wirtschaftliches Wachstum, Wertschöpfung und die Sicherung künftiger Fachkräfte.

In diesem Zusammenhang forderte Dittrich eine verlässliche Finanzierung sowohl der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung als auch moderner Ausbildungsstätten. Zudem sprach er sich dafür aus, bestehende Förderinitiativen wie das Projekt „Passgenaue Besetzung“ fortzuführen.

Wachsender Beratungsbedarf bei Existenzgründungen

Dass das Interesse an einer unternehmerischen Tätigkeit trotz wirtschaftlicher Herausforderungen ungebrochen ist, belegen Erhebungen der Industrie- und Handelskammern. Laut einem Bericht der IHK verzeichneten die Kammern bundesweit im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 13 Prozent bei den Erstgesprächen sowie ein Plus von 15 Prozent bei vertiefenden Gründungsberatungen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Unterstützung liegt dabei auf der Ausarbeitung tragfähiger Konzepte: Bei fast der Hälfte aller Gründungswilligen bundesweit bildet der Businessplan ein zentrales Beratungsfeld.

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Die Kombination aus finanziellen Prämien für erfolgreiche Prüfungen und gezielten Zuschüssen für den Schritt in die Selbstständigkeit gilt als wesentlicher Hebel, um Nachwuchskräfte im Handwerk zu halten und bestehende Betriebe dauerhaft am Markt zu sichern.

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