Handwerk, ZDH

Handwerk: ZDH fordert Krisenfestigkeit für 6,2 Millionen Beschäftigte

27.06.2026 - 21:56:19 | boerse-global.de

Der ZDH fordert Reformen für mehr Krisenfestigkeit, Cybersicherheit und eine Bildungswende zur Fachkräftesicherung im Handwerk.

ZDH: Handwerk als Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft
Handwerk - Nahaufnahme eines Handwerkers, der konzentriert an einem Werkstück arbeitet, umgeben von Werkzeugen in einer modernen Werkstatt. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) positioniert sich als zentralen Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft. Mit rund einer Million Betrieben und über sechs Millionen Beschäftigten fordert der Verband strukturelle Reformen und eine verbesserte Krisenvorsorge.

Krisenfestigkeit und Cybersicherheit im Fokus

Angesichts globaler Unsicherheiten rücken digitale Souveränität und Cybersicherheit in den Vordergrund. Das Handwerk müsse handlungsfähig bleiben, betont der ZDH. Resiliente Betriebsstrukturen und funktionierende Krisenvorsorge seien essenziell.

Der Verband verweist auf die Bedeutung von Notfallplänen und das geplante KRITIS-Dachgesetz. Aktuell zählt der Sektor genau 1.038.126 Betriebe mit 6.237.000 Beschäftigten, darunter 346.388 Auszubildende.

Eine Studie des Gemeinschaftsausschusses fordert eine sogenannte Hebelreform-Agenda. Ziel: die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe steigern.

Fachkräftesicherung und Bildungswende

Die Gewinnung von Fachkräften bleibt zentral für die Zukunftsfähigkeit. Der ZDH bringt ein Freiwilliges Handwerksjahr ins Spiel, um junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern.

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Präsident Jörg Dittrich und Generalsekretär Holger Schwannecke fordern eine umfassende Bildungswende. Die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Ausbildung müsse strukturell verankert werden.

Im Gesundheitssystem mahnt Dittrich drastische Einsparungen an. Nur so ließen sich die Lohnnebenkosten stabil halten und Betriebe entlasten.

Neue Gesetze und digitale Entwicklungen

Das kürzlich verabschiedete Infrastruktur-Zukunftsgesetz soll wichtige Impulse für die Modernisierung geben – sowohl baulich als auch digital. Auf EU-Ebene wurde eine Trilogeinigung zur eDeclaration erzielt, die bürokratische Prozesse bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen vereinfachen könnte.

Auch der Digitale Euro beschäftigt das Handwerk. Das EU-Parlament hat sich in der zweiten Junihälfte positioniert – für die Zahlungsabwicklung im Mittelstand eine wichtige Weichenstellung.

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Tradition und Moderne vereint

Während die Verbandsebene strategische Weichen stellt, pflegen Regionen ihre Traditionen. Der Augsburger Handwerkerweg feierte am 26. Juni sein 40-jähriges Bestehen. Die 4,2 Kilometer lange Route gehört zum UNESCO-Welterbe und präsentiert 24 Fachbetriebe – Stadtgeschichte trifft auf moderne Handwerkskultur.

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