Handwerk-Schulung, DGNB

Handwerk-Schulung: DGNB startet Nachhaltigkeitsprogramm mit Vor-Ort-Kursen

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGNB erweitert ihr Bildungsangebot für Handwerksbetriebe und senkt Beiträge. Neue Studien und Auszeichnungen prägen die Branche.

DGNB startet Handwerks-Schulungen und erleichtert Mitgliedschaft
Ein Handwerker bei der professionellen Installation von Dämmmaterialien auf einer Baustelle für nachhaltiges Bauen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat am 16. August 2026 die Einführung eines spezialisierten Schulungsangebots für das Handwerk bekannt gegeben. Ziel der Initiative ist die flächendeckende Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen durch regionale Vor-Ort-Schulungen, die in enger Kooperation mit dem Fachhandel durchgeführt werden. Erste Pilotschulungen in diesem Bereich wurden bereits erfolgreich abgeschlossen.

Erleichterter Zugang für Handwerksbetriebe

Parallel zur neuen Bildungsinitiative hat die DGNB neue Mitgliedskategorien eingeführt, um kleineren Betrieben den Einstieg in das Netzwerk für nachhaltiges Bauen finanziell zu erleichtern. Handwerksbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten können die Mitgliedschaft nun ab einem Jahresbeitrag von 250 Euro erwerben.

Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Expertise im nachhaltigen Bauen auch in kleinteiligen Strukturen des Bauhandwerks zu verankern. Eine Erweiterung des Programms ist bereits in Planung: Zur Fachmesse BAU 2027 sollen weitere Fortbildungsformate vorgestellt werden.

Die Notwendigkeit für eine stärkere Fokussierung auf nachhaltige Praktiken im Baugewerbe unterstreichen auch Marktdaten des Unternehmens Honeywell. Demnach zeichnet sich der Gebäudesektor für 34 Prozent des weltweiten Energiebedarfs und 37 Prozent der CO2-Emissionen (Stand 2021) verantwortlich.

Branchenexperten prognostizieren als wesentliche Trends für die kommenden Jahre eine verstärkte Elektrifizierung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Gebäudesteuerung sowie eine gesteigerte Energieresilienz. Zur Unterstützung dieser Transformation stellt die EU Fördermittel in Höhe von 1,1 Milliarden Euro für Projekte im Bereich sauberer Energie bereit.

Strategien zur Klimaanpassung und technologische Innovationen

Neben der energetischen Sanierung rückt die Klimaanpassung zunehmend in den Fokus der Branche. Der Verband GEFMA veröffentlichte am 15. August 2026 das White Paper 984-5 unter dem Titel „Klimaanpassung als Aufgabe des Facility Managements“.

Die Publikation, die für Nicht-Mitglieder zum Preis von 59 Euro erhältlich ist, befasst sich schwerpunktmäßig mit der Bewirtschaftung von Außenflächen, Begrünungsmaßnahmen und der Entwicklung klimaresilienter Konzepte.

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Auf politischer Ebene fordern SPD-Ministerien eine Grundgesetzänderung, um Kompetenzen im Bereich der Klimaanpassung neu zu ordnen. Ein entsprechendes Aktionsprogramm umfasst unter anderem einen nationalen Hitzeaktionsplan sowie Anpassungen im Bauplanungsrecht und beim Schutz von Beschäftigten.

Die Forderung basiert auf der Beobachtung, dass sich Deutschland seit der vorindustriellen Zeit bereits um 2,5 Grad erwärmt hat. Während die Grünen das Vorhaben unterstützen, signalisierte die Union Ablehnung.

In der Forschung werden derweil neue technische Lösungen für die Gebäudekühlung entwickelt. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stellten am 16. August 2026 in der Fachzeitschrift Cell Reports Physical Science ein hybrides Dachsystem vor.

Der Prototyp kombiniert Photovoltaik mit passiver Strahlungskühlung. In Tests erreichte das System eine Kühlleistung von 6,5 Grad unter der Umgebungstemperatur bei einer gleichzeitigen elektrischen Leistung von 60,6 Watt pro Quadratmeter.

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Anerkennung von Nachhaltigkeit im Handwerk

Das Engagement für Nachhaltigkeit wird auch auf Landesebene gewürdigt. Das Land Niedersachsen zeichnete am 15. August 2026 elf Handwerksbetriebe, darunter die Zimmerei Diedrich, mit einem Nachhaltigkeitssiegel aus. Die im Rahmen der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit vergebene Auszeichnung bewertet Betriebe nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien.

Auch im Bereich des Denkmalschutzes gewinnt die handwerkliche Qualität unter Nachhaltigkeitsaspekten an Bedeutung. In den vergangenen Monaten wurden bereits in Rheinland-Pfalz und Berlin zahlreiche Handwerker und Eigentümer mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet. Die Preisgelder beliefen sich auf bis zu 30.000 Euro pro Bundesland.

Ergänzend dazu bieten spezialisierte Zentren wie das GFBZ Görlitz kontinuierlich Fortbildungen zum geprüften Restaurator oder Fachhandwerker für Restaurierungsarbeiten an, um den fachgerechten Umgang mit historischer Bausubstanz und modernen Brandschutzanforderungen – etwa beim Einsatz von Ganzglas-Konstruktionen in Schulen – sicherzustellen.

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