Handwerk, Auszubildende

Handwerk: 28.000 neue Auszubildende in NRW – Trendwende nach Jahren

31.05.2026 - 23:22:38 | boerse-global.de

Handwerkskammern reagieren auf Nachwuchssorgen mit verstärkten Gründungs- und Finanzierungsangeboten. Neue Konferenz erschließt Sicherheitsmärkte.

Handwerk: 28.000 neue Auszubildende in NRW – Trendwende nach Jahren - Foto: über boerse-global.de
Handwerk: 28.000 neue Auszubildende in NRW – Trendwende nach Jahren - Foto: über boerse-global.de

Während die Zahl der Auszubildenden in einigen Regionen steigt, kämpfen andere mit drastischen Rückgängen. Die Handwerkskammern reagieren mit einem umfangreichen Programm aus Gründerseminaren und Beratungsangeboten.

Gründerseminare auf Hochtouren

Die Handwerkskammer Karlsruhe hat ihren Veranstaltungskalender für die kommenden Monate vorgelegt. Das Angebot richtet sich an Existenzgründer und etablierte Betriebe gleichermaßen. Die Nachfrage ist enorm: Das Gründerseminar am 15. Juni in Karlsruhe ist bereits restlos ausgebucht.

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Weitere Termine folgen am 13. Juli, 17. August, 14. September, 19. Oktober, 9. November und 14. Dezember. In der Region Nordschwarzwald finden die Seminare in Nagold (18. Juni, 3. September, 19. November) und Calw (16. Juli, 15. Oktober, 3. Dezember) statt. Für Pforzheim ist ein eigener Gründungstermin am 24. November vorgesehen.

Ergänzt wird das Angebot durch zwei besondere Events: den Pforzheimer Gründertag und die Start-up Night Nordschwarzwald #17, beide am 10. Juli. Hier stehen Netzwerken und gezielte Beratung im Fokus.

Finanzierung und Betriebsnachfolge im Blick

Neben der Gründungsberatung legt die Kammer großen Wert auf finanzielle Stabilität. Regelmäßige Finanzierungssprechtage ermöglichen Unternehmern Gespräche mit Experten über Fördermittel und Investitionsstrategien. In Karlsruhe finden diese Beratungen am 18. Juni, 23. Juli, 20. August, 17. September, 22. Oktober, 19. November und 17. Dezember statt. In Baden-Baden sind Termine am 6. August und 12. November geplant.

Ein zentrales Thema ist die Betriebsnachfolge. Viele Handwerksbetriebe suchen einen Nachfolger – ein Netzwerkevent speziell zu diesem Thema ist für den 24. Juni angesetzt. Höhepunkt des Jahres wird die Meisterfeier am 13. November sein.

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Überregionale Vernetzung und neue Geschäftsfelder

Der Blick auf den Nachwuchs geht über Regionsgrenzen hinaus. Vom 4. bis 6. Juni treffen sich junge Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein auf der Insel Fehmarn. Workshops zu strategischen Herausforderungen, Fehlerkultur und Cybersicherheit stehen auf dem Programm, ebenso wie eine Exkursion zur Baustelle des Fehmarnbelt-Tunnels in Dänemark.

Das Handwerk entdeckt zudem neue Geschäftsfelder. Am 28. Mai fand in Düsseldorf die erste bundesweite Konferenz „Verteidigung. Resilienz. Handwerk.“ statt. Branchenvertreter und Politiker diskutierten, wie Handwerksbetriebe von den wachsenden Sicherheits- und Infrastrukturanforderungen profitieren können.

Ausbildung: Licht und Schatten

Die aktuellen Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild. In Nordrhein-Westfalen verzeichnete das Handwerk 2025 rund 28.000 neue Auszubildende – ein Trendwechsel nach Jahren des Rückgangs. Dies gelang trotz eines bundesweiten Fachkräftemangels von rund 200.000 Spezialisten.

Andere Regionen kämpfen weiter. Im Kreis Böblingen sank die Zahl der Ausbildungsverträge bis Ende 2025 um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen: die technischen Gewerke mit einem Minus von 8,8 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts hat die Zahl der Ausbildungsbetriebe dort um 15 Prozent abgenommen.

Millioneninvestition in moderne Werkstätten

Um den Herausforderungen zu begegnen, wird kräftig investiert. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt 4,5 Millionen Euro für den Bau neuer Werkstätten der Baugewerbe-Innung in Dortmund bereit. Der Förderbescheid wurde Anfang Februar übergeben, der Baubeginn ist für Herbst 2026 geplant. Die Anlagen sollen als zentrale Anlaufstelle für die überbetriebliche Ausbildung im Bauhandwerk dienen.

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