Hamburgs, Wohnungsbau

Hamburgs Wohnungsbau: Nur knapp 6.000 Neubauten – Tiefstand seit 13 Jahren

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
2025 entstanden in Hamburg knapp 6.000 Wohnungen; zugleich legten die Angebotsmieten binnen eines Jahres um 6,7 Prozent zu.
Eine leere Baustelle in einem Hamburger Stadtgebiet mit aufgeschütteter Erde und Baumaterialien vor einer Häuserzeile. Illustration mit AI erstellt.

In Hamburg ist die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren gesunken. Gleichzeitig verzeichnet die Hansestadt unter den deutschen Metropolen den kräftigsten Anstieg bei den Mieten.

Wie Medienberichte zeigen, wurden im vergangenen Jahr knapp 6.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit verfehlte die Stadt ihr selbst gestecktes Ziel von 10.000 Baufertigstellungen deutlich, nachdem im Vorjahr noch gut 8.000 und im Jahr 2023 rund 6.000 Einheiten fertiggestellt worden waren. Auch im Bereich der Sozialwohnungen gab es einen erneuten Rückgang.

Parallel zur Flaute beim Neubau verschärft sich die Lage für Mieterinnen und Mieter spürbar. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft kletterten die Angebotsmieten vom dritten Quartal 2025 bis zum dritten Quartal 2026 um 6,7 Prozent. Dies stellt das stärkste Plus unter den acht größten deutschen Städten dar.

Bei den Neubaupreisen liegt Hamburg gemeinsam mit Frankfurt am Main bei durchschnittlich 7.700 Euro pro Quadratmeter auf dem fünften Rang im Städtevergleich, während Berlin mit 7.500 Euro pro Quadratmeter Rang sieben belegt. Für einen Neubau mit 100 Quadratmetern Wohnfläche werden in Hamburg damit rechnerisch 770.000 Euro fällig.

Senat reagiert mit Förderprojekten und Sonderkontingenten

Angesichts der angespannten Entwicklung versucht der Hamburger Senat gegenzusteuern. Während im Regelfall eine Vorgabe von 35 Prozent geförderten Wohnungen bei Neubauprojekten greift, plant die städtische Wohnungsgesellschaft Saga in Altona nahe dem Bahnhof ein Vorhaben mit einer Förderquote von 100 Prozent.

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Auf dem Areal eines gescheiterten Großmarkts sollen 426 komplett geförderte Einheiten entstehen; der Baustart ist noch für das laufende Jahr vorgesehen. Die Fördersystematik der Stadt staffelt die Mieten je nach Förderweg auf 7,85 Euro, 9,99 Euro oder 12,95 Euro je Quadratmeter. Der erste Förderweg steht 36 Prozent der Haushalte offen, die dritte Stufe erreicht 65 Prozent der Bevölkerung.

Zugleich melden weitere Projekte Fortschritte im Stadtgebiet: Drei Hamburger Genossenschaften haben gemeinsam das letzte freie Grundstück in der westlichen HafenCity erworben, um dort unmittelbar am Wasser das Vorhaben „Der Bunte Hund“ mit rund 350 Wohnungen umzusetzen. Für ein 2,5 Hektar großes, gemischt genutztes Quartier an der Tasköprüstraße in Hamburg-Bahrenfeld wurde unterdessen die Baugenehmigung erteilt.

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Auf dem Eigentumsmarkt zeigt sich derweil eine spezifische demografische Verteilung: Daten des Zensus 2022 belegen, dass lediglich 5,9 Prozent der Häuser und Wohnungen in Hamburg Menschen ab 65 Jahren gehören; auf 100 Erwerbstätige im Alter von 18 bis 39 Jahren kommen in der Hansestadt rund 8 ältere Selbstnutzer von Einfamilienhäusern.

Bundesweiter Abwärtstrend belastet Metropolen

Die Hamburger Entwicklung spiegelt eine bundesweite Krise im Wohnungsbau wider. Deutschlandweit wurden im Jahr 2025 lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und den niedrigsten Wert seit 2012 markiert.

Andere Erhebungen beziffern das Volumen auf 207.000 Neubauten – der schwächste Wert im europäischen Vergleich –, während 218.000 Bauprojekte neu begonnen wurden. Hohe Finanzierungs- und Baukosten sowie das gestiegene Zinsniveau lassen die Baugenehmigungen bundesweit einbrechen und treiben das Preis- und Mietniveau insbesondere in den Ballungsräumen weiter nach oben.

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