Hamburger Modellprojekt: Tiefgaragen sollen beim Bauen wegfallen
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 18:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will die Krise im Wohnungsbau durch eine gezielte Senkung der Baukosten überwinden. Wie aus Medienberichten über eine Mitteilung anlässlich des Gewerkschaftstags der IG BAU in Kassel hervorgeht, soll das Bauen günstiger werden, ohne dass dabei Abstriche bei der Bauqualität gemacht werden. Hubertz setzt dabei auf vereinfachte Bauweisen und optimierte Abläufe.
Hamburger Modellprojekt als Blaupause
Als Vorbild für kosteneffizientes Planen und Realisieren verweist die Bundesbauministerin auf ein Modellprojekt in Hamburg. Dort untersuchen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und verschiedenen Baugewerken gemeinsam Einsparpotenziale in allen einzelnen Bauphasen. Im Mittelpunkt stehen schlankere Prozesse und die Reduzierung baulicher Komplexität.
Konkret sieht der Ansatz in Hamburg vor, auf aufwendige und teure Tiefgaragen vollständig zu verzichten. Zudem kommen geringere Wandstärken zum Einsatz, um Material einzusparen. Auch bei Anbauten wird umgedacht: Statt Balkone massiv an die Gebäude anzumauern, werden sie als eigenständige Konstruktionen vor die Fassade gestellt.
Weniger Komplexität, weniger Kosten: Ein Modellprojekt zeigt, wie sich im Wohnungsbau an mehreren Stellen gleichzeitig sparen lässt — vom Verzicht auf die Tiefgarage über schmalere Wände bis zum Balkon, der vor die Fassade gestellt statt angemauert wird. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Hebel, die Sie in der Planung sofort ansetzen können. Kostenlosen Praxis-Leitfaden zur Baukosten-Senkung anfordern
Durch diesen Verzicht auf kostenträchtige Sonderlösungen und den Fokus auf praktische Effizienz sollen die Errichtungskosten spürbar sinken, ohne den Wohnwert für künftige Mieter zu schmälern.
Hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft
Hubertz unterstrich bei ihrem Auftritt vor den Gewerkschaftern die zentrale Rolle, die der Bausektor für die gesamte deutsche Wirtschaft spielt. Mit rund 2,6 Millionen Beschäftigten arbeiten in der heimischen Bauwirtschaft dreimal so viele Menschen wie in der Automobilindustrie.
Die Baugenehmigungen brechen seit Monaten zweistellig ein, weil hohe Baukosten und teure Finanzierung viele Projekte ersticken. Wer trotzdem bauen will, muss den Bauablauf selbst verschlanken: Unser Leitfaden zeigt Ihnen in einer Checkliste, wie Sie Ihre Bauphasen prüfen und Komplexität systematisch herausnehmen. Checkliste schlanke Bauprozesse jetzt sichern
Zudem fließt nach Angaben der Ministerin jeder zweite in Deutschland investierte Euro direkt in die Baubranche. Vor diesem Hintergrund gilt eine Wiederbelebung des Wohnungsbaus nicht nur für die Versorgung mit Wohnraum als entscheidend, sondern auch als wesentlicher Stabilitätsfaktor für die gesamtdeutsche Konjunktur und Beschäftigung.
