Hamburg: 150.550 Baugenehmigungen seit 2011 erreicht
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 11:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Hamburg ist bei den Baugenehmigungen für Wohnraum eine neue Höchstmarke erreicht worden. Seit dem Jahr 2011 wurden in der Hansestadt insgesamt 150.550 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt, was einem rechnerischen Durchschnitt von rund 10.000 Einheiten pro Jahr entspricht.
Wie tagesschau.de am 19. September 2026 berichtete, wurde die Schwelle von 150.000 Genehmigungen im August 2026 überschritten. Im gleichen Zeitraum seit 2011 wurden stadtweit 115.000 Wohneinheiten fertiggestellt.
Zuwachs im laufenden Jahr, Senatsziel bleibt außer Reichweite
In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres zeigte sich der Wohnungsbau wieder belebter. In den Monaten Januar bis August 2026 wurden in Hamburg 4.891 Baugenehmigungen erteilt. Das waren 1.540 Genehmigungen mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Dennoch zeichnet sich ab, dass die Stadt ihre eigenen Vorgaben für das Gesamtjahr nicht einhalten kann: Das offizielle Ziel des Hamburger Senats, jährlich 10.000 Genehmigungen zu erreichen, wird voraussichtlich verfehlt.
Parallel dazu gibt es Kritik an den nicht realisierten Projekten. Nach Angaben der parlamentarischen Opposition sind derzeit 30.000 Baugenehmigungen ungenutzt. Zudem befinden sich rund 5.000 genehmigte Wohnungen aktuell im Bau.
Seit 2011 wurden in Hamburg 150.550 Wohnungen genehmigt, doch rund 30.000 Genehmigungen liegen nach Angaben der Opposition ungenutzt brach — während die Zahl der Sozialwohnungen von 350.000 auf knapp 80.000 gefallen ist. Wer in Norddeutschland investiert, braucht jetzt eine nüchterne Einordnung der Zahlen. Kostenlosen Immobilien-Report anfordern
Rückblick auf die Genehmigungszahlen und Lage am Wohnungsmarkt
Der Anstieg im Jahr 2026 folgt auf eine Phase deutlicher Rückgänge in den vergangenen Jahren. Wie mopo.de am 18. September 2026 berichtete, sanken die Baugenehmigungen zuvor von 10.377 Wohnungen im Jahr 2022 auf 6.734 Wohnungen im Jahr 2025.
Neben den Schwankungen beim Neubau steht das Angebot auf dem Hamburger Wohnungsmarkt unter weiterem strukturellem Druck. Demnach wird in der Hansestadt mittlerweile jede fünfte Wohnung möbliert oder auf Zeit vermietet.
Jede fünfte Hamburger Wohnung wird mittlerweile möbliert oder auf Zeit vermietet, und jährlich fallen rund 5.000 Einheiten aus der Sozialbindung. Für Investoren verschiebt sich damit die Kalkulation bei Förderung und Bindungsfristen spürbar. Der Leitfaden zeigt, welche Hebel unter diesen Bedingungen tragen. Leitfaden zu Förderung und Sozialbindung sichern
Zudem verzeichnet die Stadt seit Jahrzehnten einen Rückgang beim geförderten Wohnraum. Die Zahl der Sozialwohnungen ging von 350.000 Einheiten in den 1980er Jahren auf heute knapp 80.000 zurück.
Jährlich fallen in Hamburg rund 5.000 Wohnungen aus der Sozialbindung. Hintergrund dieser langfristigen Entwicklung im Wohnungssektor ist unter anderem das Jahr 1990, in dem gemeinnützige Wohnungsunternehmen unter Bundeskanzler Kohl ihre Steuerprivilegien verloren.
