Halko-Insolvenz: 150 Beschäftigte ohne Gehalt seit Mai
01.07.2026 - 10:34:11 | boerse-global.de
Seit der Verfahrenseröffnung am Amtsgericht Magdeburg eskalieren die Konflikte zwischen Belegschaft und Geschäftsführung. Die Produktion des Traditionsherstellers steht still.
Betriebsrat wirft Management finanzielle Tricksereien vor
Rund 150 Beschäftigte sitzen in der Existenznot. Der Betriebsrat wirft der Geschäftsführung auffällige finanzielle Praktiken vor – die Mitarbeiter fühlen sich hintergangen.
Besonders bitter: Seit Mai gibt es keine Gehälter. Auch das Insolvenzgeld wurde bislang nicht ausgezahlt. Viele Angestellte haben „keinerlei finanzielle Mittel mehr“, sagt Betriebsratsvorsitzender Jens Fischer. Die Gewerkschaft NGG fordert die sofortige Sicherung der Mai-Ansprüche.
Am 29. Juni informierte das Unternehmen die Mitarbeiter über den Verfahrensstand und ihre rechtlichen Ansprüche.
Traditionsmarke vor dem Aus?
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Gestiegene Kosten und ein schrumpfender Markt hatten Halko in die Krise getrieben. Der Handel hat die Produkte bereits ausgelistet. Eine Fortführung des Standorts gilt als unwahrscheinlich – das Werk soll geschlossen werden.
Die Eigentümerfamilie sucht zwar einen Käufer. Konkrete Ergebnisse gibt es nicht.
Welle von Insolvenzen in Mitteldeutschland
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Der Fall steht nicht allein. Ende Juni stellte auch die Leuna Polyamid GmbH einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. Über 400 Jobs sind gefährdet – Rohstoffpreise waren nach einer Blockade an der Straße von Hormus explodiert.
Weitere Beispiele:
- In Sömmerda schließt das Bohai-Werk Ende November 2026 (rund 100 Stellen)
- Die größte deutsche Fliesenfabrik in Leisnig stellt die Produktion ein – neue Eigentümer hoffen auf Wiederaufnahme 2027
- Der Brauerei-Standort Herford soll Ende August 2026 dichtmachen, für Paderborn wird ein Käufer gesucht
Für die 150 Halko-Beschäftigten bleibt die Lage ungewiss. Solange die Betriebsratsvorwürfe im Raum stehen und die Insolvenzgeld-Finanzierung nicht gesichert ist, hängen sie in der Luft.
