Hagen: Intelligente Thermostate senken den Heizenergieverbrauch um 20 Prozent
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Steigerung der Energieeffizienz in kommunalen Immobilien hat die Stadt Hagen signifikante Einsparungen bei der Wärmeversorgung erzielt. Durch den Einsatz einer intelligenten Einzelraumsteuerung im Rathaus Hohenlimburg konnte der Heizenergieverbrauch im bisherigen Erhebungszeitraum um rund 20 % gegenüber dem ursprünglichen Niveau gesenkt werden.
Wie aus einem Bericht vom 28. September 2026 hervorgeht, bildet dieser Erfolg die Grundlage für eine mögliche Ausweitung der Technologie auf weitere städtische Liegenschaften.
In dem Projekt wurden rund 200 Heizkörper mit intelligenten Thermostatventilen ausgestattet, um die Wärmeabgabe präziser an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Die Finanzierung dieser Maßnahme erfolgte durch eine Förderung der Initiative klimakommune.digital.
Aufgrund der positiven Zwischenbilanz im Rathaus Hohenlimburg hat die Stadtverwaltung bereits zwei weitere Gebäude als potenzielle Einsatzorte für das System identifiziert. Eine entsprechende Ausweitung der intelligenten Steuerung wird derzeit geprüft.
Parallel zu digitalen Optimierungslösungen in bestehenden Gebäuden investieren Unternehmen verstärkt in die großskalige Wärmeinfrastruktur. In Premstätten hat das Unternehmen Green EnerTree den Spatenstich für ein neues Biomasseheizwerk inklusive Fernwärmenetz vollzogen. Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf 12 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme der Anlage ist laut Projektplanung für Mitte Dezember 2026 vorgesehen.
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Die technische Konzeption in Premstätten setzt auf regionale Ressourcen und hohe Effizienzgrade. Als Brennstoff soll überwiegend Waldhackgut dienen, das aus einem Umkreis von rund 50 km bezogen wird. Durch die Integration einer Rauchgasnutzung soll die Anlage bis zu rund 25 % zusätzliche Energie generieren.
Die technische Leistung des Standorts ist auf einen Ausbau bis zu 5 MW ausgelegt. Zur Systemstabilität tragen zudem ein 200.000-Liter-Pufferspeicher sowie eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 80 kWp samt angeschlossenem Stromspeicher bei.
Das dazugehörige Fernwärmenetz umfasst in der ersten Phase eine Länge von rund 11,3 km und soll zunächst 125 Objekte versorgen. Ein Seniorenzentrum wurde bereits als ein wesentlicher Großabnehmer für die klimafreundliche Wärme gewonnen.
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Darüber hinaus sind Anschlüsse für weitere Haushalte und Wohnanlagen in der Planung festgeschrieben. In den kommenden zwei Jahren nach der Inbetriebnahme ist eine Erweiterung des Netzes vorgesehen, um die Reichweite der nachhaltigen Wärmeversorgung vor Ort weiter zu erhöhen.
Beide Projekte verdeutlichen unterschiedliche Ansätze zur Erreichung von Klimazielen im Gebäudesektor: Während in Hagen die digitale Optimierung vorhandener Systeme im Vordergrund steht, setzt das Vorhaben in Premstätten auf den vollständigen Neubau einer regenerativen Infrastruktur zur Versorgung ganzer Quartiere.
