Hafenwirtschaft, Millionen

Hafenwirtschaft: 3,3 Millionen für autonome Fähren in Kiel

31.05.2026 - 09:20:37 | boerse-global.de

Bund fördert autonome Fähren in Kiel mit 3,3 Millionen Euro. Digitale Leitstände und KI-Lösungen modernisieren die Hafeninfrastruktur.

Hafenwirtschaft: 3,3 Millionen für autonome Fähren in Kiel - Foto: über boerse-global.de
Hafenwirtschaft: 3,3 Millionen für autonome Fähren in Kiel - Foto: über boerse-global.de

Von Kiel bis Lübeck treiben Behörden und Unternehmen die Modernisierung voran.

Millionen-Förderung für autonome Schifffahrt in Kiel

Das Bundesverkehrsministerium investiert kräftig in die maritime Zukunft. Verkehrsminister Patrick Schnieder übergab Ende Mai 2026 einen Förderbescheid über 3,3 Millionen Euro für das Projekt CAPTN Förde Areal III in Kiel. Ziel ist der Umstieg von der Forschung in den echten Betrieb: Autonome, emissionsfreie Personenfähren sollen künftig auf der Kieler Förde verkehren.

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Das Projekt baut auf den Erfahrungen mit der MS Wavelab auf, einem speziellen Katamaran, der als digitale Testplattform dient. Der Kieler Navigationsspezialist Anschütz entwickelt die hochautomatisierten Systeme. Sie nutzen KI-gestützte Sensortechnik und moderne Kommunikationsprotokolle. Gesteuert werden die Fähren künftig von einem zentralen Remote Operations Centre (ROC) aus. Das schafft eine durchgängige Mobilitätskette zwischen Wasser- und Landverkehr.

Digitaler Kontrollraum für Berlins Wasserstraßen

Auch die Infrastruktur wird digital. Ende Mai 2026 nahm die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in Berlin-Grünau eine neue digitale Zentrale in Betrieb. Rund 20 Millionen Euro investierte der Bund in das Projekt. Von hier aus lassen sich Schleusen und Wehre im Spree-Havel-Gebiet zentral überwachen und fernsteuern.

18 moderne Arbeitsplätze stehen bereit. Am Ende sollen mindestens 38 Anlagen von diesem Leitstand aus gesteuert werden. Das spart Personal und erhöht die Betriebssicherheit.

Parallel dazu baut die Hamburg Port Authority ihre internationalen Partnerschaften aus. Gemeinsam mit der Hafenwirtschaftsgesellschaft unterzeichnete sie eine Absichtserklärung mit dem Hafen von Tallinn. Im Fokus: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und widerstandsfähige Lieferketten im Ostseeraum. Estlands Erfahrung mit der digitalen Wirtschaft soll dabei helfen, die Hafeninfrastruktur zu verbessern.

Lübecker Hafen investiert in Schiene und Umwelt

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) blickt auf ein stabiles Jahr 2025 zurück. Der Umschlag stieg um 1,7 Prozent auf 23,2 Millionen Tonnen. Der Löwenanteil entfällt mit 91 Prozent auf den RoRo-Verkehr (Roll-on/Roll-off). Um wettbewerbsfähig zu bleiben, investiert die LHG in eigene Rangier- und Reparaturfirmen, längere Gleise und neue Portalhubwagen.

Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Umweltziele: Photovoltaik-Anlagen, Elektro-Gabelstapler, LNG-Bunkerung und Landstromversorgung stehen auf der Agenda. Probleme bereitete in den Jahren 2024 und 2025 die mangelnde Zuverlässigkeit der Bahn. Die LHG wich deshalb verstärkt auf private Anbieter aus. Neues Wachstum erwartet der Hafen durch den Fehmarnbelt-Tunnel und größere Schiffe, die Partner wie Finnlines ab 2028 einsetzen wollen.

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Englisch als Verkehrssprache auf der Trave

Ein Pilotprojekt auf der Trave soll die Sicherheit erhöhen. Ab dem 1. Juni 2026 gilt für drei Jahre Englisch als Pflichtsprache im Funkverkehr der Verkehrszentrale "Trave Traffic". Das WSA Ostsee erhofft sich davon weniger Unfälle durch Sprachbarrieren unter internationalen Besatzungen.

KI und Blockchain für die Logistik von morgen

Auch die Verwaltung wird smarter. Das Projekt SKALA entwickelt mit rund fünf Millionen Euro Förderung Open-Source-KI-Modelle und Blockchain-Lösungen. Zwei Anwendungen stechen hervor: GreenComplAI prüft automatisch Nachhaltigkeitsdaten, SiMBA ermöglicht dynamische Preise in Echtzeit. Die Werkzeuge sind über die neue Wissensplattform LogiDo verfügbar – speziell zugeschnitten auf kleine und mittlere Unternehmen.

Dortmund plant Wissensquartier am Kanal

Die Stadt Dortmund und die Dortmunder Hafen AG arbeiten an einem Konzept für Europas größten Kanalhafen. Ziel ist der Erhalt und Ausbau der trimodalen Anbindung. Die Speicherstraße soll zum Wissens- und Startup-Quartier werden. 3.000 bis 5.000 neue Arbeitsplätze könnten in den kommenden Jahren entstehen.

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