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Kreditvergabe, Dispozins

Günstige Zeiten für Kreditnehmer

19.06.2014 - 09:24:00

Gleich zwei Entscheidungen der letzten Wochen stärken Verbraucherrechte. Zum einen hat der Bundesgerichtshof kürzlich entschieden, dass Banken für die Bereitstellung von Darlehen keine Bearbeitungsgebühren berechnen dürfen, zum anderen hat die Europäische Zentralbank Anfang Juni eine Senkung des EZB-Leitzinses auf 0,15 Prozent und ein Strafzins für Einlagen bei der EZB beschlossen.

Mit diesen Maßnahmen soll die Zahl der zu vergebenden Kredite gesteigert und damit die Wirtschaft angekurbelt werden.

Kredite ohne Bearbeitungsgebühren

Wie der Bundesgerichtshof entschieden hat, dürfen Banken für Kredite keine Bearbeitungsgebühren berechnen. Geklagt hatte ein Verbraucher, der 3 Prozent der Darlehenssumme für die Bereitstellung des Kredits zahlen sollte. In seiner Begründung führt der BGH aus, dass Banken laut Gesetz lediglich Zinsen berechnen dürfen. Eine Veranschlagung von Gebühren für das Darlehen sei gesetzlich nicht vorgesehen und gehöre darüber hinaus zum Selbstzweck der Banken. Kreditnehmer, die in den letzten drei Jahren einen Kredit aufgenommen und Bearbeitungsgebühren gezahlt haben, können jetzt auf eine Rückerstattung hoffen.

Auch wenn der Kredit bereits abbezahlt ist, können Verbraucher die gezahlten Gebühren zurückfordern. Die Laufzeit, Summe und der Kreditzweck werden für die Erstattung nicht berücksichtigt. Maßgeblich ist nur, dass Gebühren für das Darlehen fällig geworden sind. Über eine Verjährungsfrist hat der BGH bisher nicht entschieden, Kunden mit älteren Kreditverträgen sollten daher noch abwarten.

Stärkere Kreditvergabe durch Strafzins für Einlagen?

Die Europäische Zentralbank hat Anfang Juni die Senkung des EZB-Leitzinses auf 0,15 Prozent bekannt gegeben. Damit sinkt der Zins, zu dem sich die Banken Geld leihen können. Der Markt ist also voll mit billigem Geld. Zusätzlich hat die EZB erstmals einen negativen Zinssatz für Einlagen der Banken bei der EZB selbst festgesetzt. Ziel dieser Maßnahmen ist eine verstärkte Vergabe von Krediten an Investoren, um die noch schwache Konjunktur in der Eurozone zu beleben. Statt überschüssige Geldreserven bei der EZB zu parken, sollen die Banken dazu gebracht werden ihre Überschüsse an Privatpersonen und Gesellschaften in Form von Krediten zu vergeben.

Was bringt die Zukunft?

Verbraucher können sich freuen, denn in naher Zukunft ist damit zu rechnen, dass die Banken günstige Kredite mit niedrigen Zinsen anbieten werden. Dadurch wird es leichter an einen Kredit zu kommen, auch für Selbstständige, da die Kostenhürden nicht mehr so groß sind. Außerdem haben die Banken derzeit keine Alternativen als Geld zur Verfügung zu stellen, denn das Parken von Einlagen bei der EZB kostet künftig Geld. Da ist die Vergabe als Kredit die bessere Wahl. Mittelfristig ist mit einer Senkung der Kreditzinsen zu rechnen, da die Banken untereinander um die Darlehensnehmer konkurrieren und sich ein günstiger Zinssatz schnell beim Verbraucher durchsetzt.

Anpassung der Dispozinsen

Einige Banken haben in einem ersten Schritt bereits die Dispozinsen nach unten angepasst, oder planen diese Anpassung in naher Zukunft. Auch der Zinssatz für eine Überziehung des Dispositionskredits wurde von vielen Banken auf den Dispozins angepasst.

Sparer, die ihr Geld in Tages- oder Festgeldern angelegt haben, werden weniger erfreut sein. Sie bekommen schon jetzt magere Renditen. Durch den Leitzins auf Rekordtief gibt es viel frisches Geld, daher sind die Banken auf die Einlagen privater Anleger nicht angewiesen und zahlen demzufolge niedrige Zinsen auf die Ersparnisse. Anleger müssen mit einer baldigen Anpassung der Tages- und Festgeldzinsen rechnen.

Bildquelle: Copyright Alix Kreil - shutterstock.com