GSK, Dresden

GSK Dresden: 641 Arbeitsplätze fallen weg – Betriebsrat kündigt Widerstand an

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GSK will den Dresdner Impfstoffstandort bis 2028 schließen und 641 Stellen abbauen. Gewerkschaft und Politik verlangen eine Neubewertung der Pläne.

GSK plant Schließung des Dresdner Impfstoffwerks bis 2028
Außenansicht eines industriellen Fabrikgebäudes mit technischer Infrastruktur bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) beabsichtigt, sein Impfstoffwerk in Dresden bis zum Jahr 2028 vollständig zu schließen. Diese am Donnerstag bekannt gegebene Entscheidung betrifft nach Angaben der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und des Unternehmens rund 640 bis 650 Arbeitsplätze. In der Belegschaft sowie in der Politik stießen die Pläne auf Bestürzung und lösten umgehende Forderungen nach einer Revidierung der Pläne aus.

Belegschaft und Gewerkschaft kündigen Widerstand an

Nachdem die Mitarbeitenden am Donnerstag über das bevorstehende Aus informiert wurden, äußerte sich der Betriebsrat tief betroffen. Betriebsratschef Mißbach erklärte, die Nachricht treffe die Belegschaft mit voller Härte. Er kündigte an, dass die Arbeitnehmervertretung Widerstand gegen die Schließung leisten werde. Unterstützung erhält der Betriebsrat dabei von der IGBCE. Die Gewerkschaft lehnt das Vorhaben entschieden ab.

Laut dem IGBCE-Bezirk Sachsen sind konkret 641 Arbeitsplätze an dem Standort betroffen. Der Gewerkschaftsvertreter Albrecht-Suliak forderte eine Aussetzung der Schließungspläne sowie die Offenlegung der wirtschaftlichen Hintergründe.

Zudem brachte die IGBCE einen Standortgipfel ins Gespräch, an dem sowohl die Bundesregierung als auch der Freistaat Sachsen teilnehmen sollten. Nach Einschätzung der Gewerkschaft hat die Branche in Sachsen bereits einen Verlust von 4.250 Arbeitsplätzen zu verzeichnen.

Überkapazitäten und sinkende Nachfrage als Gründe

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Die Ankündigung von GSK trifft die Belegschaft mit voller Härte: 641 Arbeitsplätze am Dresdner Impfstoffwerk sollen bis 2028 wegfallen, die Produktion soll nach Kanada verlagert werden. Wer jetzt die Rechte der Beschäftigten kennt, kann den geplanten Stellenabbau wirksam begleiten. Unser kostenloser Aktionsplan bündelt die wichtigsten Hebel für Betriebsrat und Belegschaft. Aktionsplan für Beschäftigte jetzt anfordern

Ein Unternehmenssprecher von GSK begründete die Entscheidung mit einer weltweit rückläufigen Nachfrage nach traditionellen, auf Hühnereiern basierenden Grippeimpfstoffen. Der Konzern sehe sich mit erheblichen Überkapazitäten konfrontiert. In der Folge plane GSK, die Produktion von Grippeimpfstoffen am Standort Ste-Foy in Kanada zu bündeln.

Der Zeitplan des Konzerns sieht vor, die operativen Maßnahmen bis Ende September 2027 umzusetzen, wobei die komplette Schließung des Werks für den Sommer 2028 oder spätestens September 2027 projektiert ist. Die IGBCE wies darauf hin, dass die Auslastung des Werks durch sinkende Auftragsvolumina bei Grippe- und Hepatitis-Vakzinen bereits seit der Corona-Pandemie unter Druck geraten sei.

Historische Bedeutung und politische Reaktionen

Das Dresdner Werk blickt auf eine 115-jährige Geschichte zurück. Es wurde 1911 von Karl August Lingner als Sächsisches Serumwerk gegründet und 1992 an britische Investoren verkauft, bevor es 2008 als GSK Bio Dresden firmierte. Der Standort produziert wöchentlich rund 2 Millionen Impfdosen.

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In Sachsen hat die Pharmabranche laut IGBCE bereits 4.250 Arbeitsplätze verloren — mit der geplanten Schließung in Dresden droht der nächste Einschnitt. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern eine Aussetzung der Pläne und einen Standortgipfel mit Bund und Freistaat. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie diesen Druck aufbauen und politische Unterstützung organisieren. Leitfaden Standortgipfel jetzt sichern

Neben saisonalen Grippeimpfstoffen, die in etwa 70 Länder vertrieben werden, stellt das Werk auch pandemische Grippe- und Hepatitis-Impfstoffe her. Frühere Angaben bezifferten die jährlichen Energiekosten des Standorts auf 5,4 Millionen Euro bei einem Verbrauch von über 45.000 MWh.

Sachsens Wirtschaftsminister Panter zeigte sich von den Plänen des Konzerns überrascht. Er ordnet die Ankündigung in eine Reihe schwieriger Nachrichten für den Wirtschaftsstandort ein. Auch auf europäischer Ebene sorgt die Entscheidung für Besorgnis. Der CDU-Europaabgeordnete Schenk bezeichnete die Schließungspläne als schweren Schlag und kündigte an, die Thematik gegenüber der EU-Kommission zur Sprache zu bringen.

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