Grundsicherung, Monaten

Grundsicherung: Eltern müssen ab 14 Monaten arbeiten gehen

01.07.2026 - 12:32:09 | boerse-global.de

Unternehmen entdecken familienfreundliche Angebote als strategisches Mittel gegen den Fachkräftemangel. Experten warnen vor Kürzungen bei Elternzeit und Benefits.

Fachkräftemangel: Firmen setzen auf Familienpolitik als Trumpf
Grundsicherung - Eine vielfältige Gruppe lächelnder Angestellter, darunter Eltern und Kinder, interagiert positiv in einem modernen, hellen Büro. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während die Industrie über Arbeitszeitmodelle debattiert, setzen immer mehr Betriebe auf flexible Angebote für Eltern.

Experten warnen vor Sparkurs bei Familienangeboten

Das Netzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ machte am Dienstag deutlich: Familienfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch. Prof. Dr. Jutta Rump warnte, ein Verzicht auf entsprechende Angebote könne langfristig teurer werden – durch Fehlzeiten und sinkende Produktivität.

Das Netzwerk, getragen vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, zählt inzwischen über 9.100 Mitgliedsunternehmen. Gegründet wurde es 2007.

Parallel dazu erhielt der überbetriebliche Verbund Familie & Beruf e. V. aus dem Heidekreis eine Auszeichnung. Die Organisation unterstützt seit mehr als 20 Jahren rund 130 Mitgliedsunternehmen – unter anderem mit Ferienbetreuungsangeboten.

Gütesiegel für Behörden und Unternehmen

In Hessen zeichnete Innenminister Roman Poseck am Dienstag 64 Behörden mit dem Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ aus. Darunter: Landesdienststellen, Kommunen, die Kreisverwaltung des Wetteraukreises und die Gemeinde Hohenroda als Pilotkommune für kleinere Verwaltungseinheiten.

Auch die Privatwirtschaft sammelt Auszeichnungen. Das Pharmaunternehmen Grünenthal erhielt heute zum sechsten Mal das Zertifikat des „audit berufundfamilie“. Der Konzern setzt auf eine betriebseigene Kindertagesstätte und flexible Arbeitsmodelle. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete er 1,8 Milliarden Euro Umsatz.

Anzeige

Der Spagat zwischen Karriere und Privatleben ist eine der größten Herausforderungen für moderne Arbeitnehmer und Führungskräfte. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt mit konkreten Übungen und 5 Sofortmaßnahmen, wie Sie Stress reduzieren und eine gesunde Balance finden. 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit entdecken

Streit um Elterngeld und Vaterschaftsurlaub

Politisch brodelt es: Eine EU-Richtlinie von 2019 sieht zehn Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub vor. Bundesfamilienministerin Karin Prien verwies auf die angespannte Wirtschaftslage – die Regelung stehe nicht im Koalitionsvertrag. Dabei belaufen sich die Mehrkosten für einen Betrieb mit zehn Mitarbeitern auf rund 10,40 Euro pro Monat.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt derweil vor Kürzungen beim Elterngeld. Sie plädiert für eine Erhöhung – inflationsbereinigt seien die Leistungen gesunken. Ihr Vorschlag: eine Orientierung am schwedischen Modell mit stärkerer Väterbeteiligung. Prien hatte zuvor eine Kopplung der Bezugsdauer an eine gleichmäßigere Aufteilung zwischen den Elternteilen in Aussicht gestellt.

Benefits als Bindemittel für Fachkräfte

Studien zeigen: Nicht nur das Gehalt zählt. Laut dem „Do-it-Jobs Report“ vom Januar 2026 legen Beschäftigte großen Wert auf finanzielle Boni, zusätzlichen Urlaub und betriebliche Altersvorsorge.

Der Hintergrund: Der globale Wettbewerb verschärft sich. In der Industrie wird über eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche debattiert, um die hohen Arbeitskosten zu drücken. Genau hier sehen Experten die Chance familienfreundlicher Maßnahmen – als Instrument, um qualifiziertes Personal trotz demografischem Wandel zu halten.

Anzeige

Familienfreundlichkeit ist längst ein entscheidender Faktor für die Mitarbeiterbindung geworden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück kein Widerspruch sein müssen und wie Sie Zeitdiebe im Alltag effektiv eliminieren. Kostenlosen Work-Life-Balance-Ratgeber jetzt herunterladen

Heute treten zudem Änderungen bei der sozialen Sicherung in Kraft. Die neue Grundsicherung ersetzt das Bürgergeld. Eltern ist demnach eine Erwerbstätigkeit ab dem 14. Lebensmonat des Kindes zumutbar – sofern die Betreuung gesichert ist.

de | wirtschaft | 69666936 |