Grunderwerbsteuer, Banken

Grunderwerbsteuer: Wann Banken die Mitfinanzierung beim Hauskauf prüfen

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Käuferin aus Bayern prüft die Einbindung der Grunderwerbsteuer in den Kredit; Banken müssen solche Nebenkosten gesondert bewerten.
Eine Baustelle mit einem freigelegten Dachstuhl bei Sonnenuntergang in Bayern. Illustration mit AI erstellt.

Laut einem Bericht auf hausbesitzer-forum.de vom 17. Oktober 2026 prüft eine Immobilienkäuferin in Bayern die Möglichkeit, die Grunderwerbsteuer über die reguläre Baufinanzierung mitzufinanzieren.

Da durch eine geplante Dachsanierung finanzielle Mittel gebunden sind, fällt ihre Eigenkapitalquote knapp aus. Der Fall greift eine Fragestellung auf, mit der viele private Bauherren und Immobilienkäufer bei der Aufstellung ihres Finanzierungsplans konfrontiert sind.

Unsicherheit bei Nebenkosten und fehlenden Banksicherheiten

In ihrer Forumsanfrage thematisierte die bayerische Käuferin, ob eine Mitfinanzierung der Grunderwerbsteuer bei Kreditinstituten ähnlich gehandhabt werden kann wie bei Makler- und Notargebühren.

Zudem stellte sie die Frage, ob Banken derartige Anfragen wegen fehlender Sicherheiten ablehnen und ob die Institute diesen Aspekt unterschiedlich handhaben. Der Forenbeitrag selbst enthielt laut dem Bericht weder konkrete Belastungszahlen noch Antworten auf diese Fragen.

In der Praxis bilden Nebenkosten wie die Grunderwerbsteuer für finanzierende Banken keinen werthaltigen Gegenwert im Beleihungsobjekt. Während der reine Kaufpreis über die Grundschuld abgesichert wird, erhöhen mitfinanzierte Kaufnebenkosten den Beleihungsauslauf und erfordern bei Kreditinstituten in der Regel eine gesonderte Risikoprüfung.

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Kaufnebenkosten und regionale Unterschiede beim Bodenwert

Welche Belastungen beim Immobilienerwerb über den reinen Kaufpreis hinaus anfallen, legte ein Bericht von garten.schule vom 17. Oktober 2026 dar. Die Grunderwerbsteuer beträgt demnach je nach Bundesland 3,5–6,5% des Kaufpreises und wird auf Grundstück und Gebäude gemeinsam erhoben. Für Notar und Grundbuch fallen Kosten von 1,5–2% an.

Bei Bau- und Erschließungsvorhaben entstehen zusätzliche Aufwendungen. Ein Bodengutachten verursacht Kosten von 800–2.500 €, während für die Vermessung 1.500–3.000 € veranschlagt werden. Erschließungsbeiträge belaufen sich auf Kosten von 8.000–25.000 €.

Auch die regionalen Ausgangswerte weichen erheblich voneinander ab: Der Bodenrichtwert schwankt zwischen 70 €/qm in Salzgitter und über 1.500 €/qm in München. Zudem bezifferte der Bericht die laufenden Gartenkosten auf 1.250–3.700 €/Jahr.

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Eigenkapitalrichtwerte und finanzielle Rücklagen

Angesichts dieser Nebenkosten kommt der Eigenkapitalquote eine zentrale Rolle zu. Wie garten.schule darlegte, liegt der Richtwert für das Eigenkapital bei einem gemeinsamen Erwerb bei 20–30%. Bei einem getrennten Erwerb werden beim Grundstück 30–40% veranschlagt, während im Bestand 20% plus Nebenkosten angesetzt werden.

Die Herausforderungen einer passenden Finanzierungsstruktur beleuchtete auch ein Bericht von podcast.de vom 17. Oktober 2026 über eine 13:37 Minuten lange Podcast-Folge zum Thema Eigenkapital beim Hauskauf. Behandelt wurden darin Parameter wie Tilgungssatz, Sondertilgung, Restschuld, Kaufnebenkosten sowie die Bildung von Rücklagen.

Als Kernaussage wurde festgehalten, dass zwei rechnerisch funktionierende Finanzierungspläne dennoch nicht gleichermaßen zum tatsächlichen Leben passen müssen. Insbesondere finanzielle Rücklagen für Sanierungen wie am Dach werden demnach oft unterschätzt, da sie im Gegensatz zum eigentlichen Erwerb nicht unmittelbar im Kaufpreis enthalten sind.

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