Grundbuchamt Wuppertal: Auflassungsvormerkungen dauern bis zu fünf Monate
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 21:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Immobilienbranche kritisiert massiv gestiegene Bearbeitungszeiten bei den Grundbuchämtern. Infolge von erheblichem Personalmangel dauern Vorgänge vielerorts teils Monate. Wie aus einem Bericht der Wuppertaler Rundschau vom 03.10.2026 hervorgeht, führt diese Entwicklung zu wachsendem Unmut bei Notaren, Käufern und Verkäufern, da zentrale Schritte bei Immobilientransaktionen ausgebremst werden.
Besonders deutlich zeigt sich die angespannte Lage am Grundbuchamt des Amtsgerichts Wuppertal. Dort nehmen Auflassungsvormerkungen zuletzt offenbar bis zu fünf Monate in Anspruch. Üblich sind für solche Vorgänge regulär lediglich wenige Wochen. Aus einem Schreiben eines Notars geht hervor, dass selbst nach einer Beurkundung im Mai und einer Eintragung Anfang September noch voraussichtlich mehrere Monate Wartezeit bevorstehen.
Amtsgericht räumt Verzögerungen ein
Das Amtsgericht Wuppertal räumte längere Bearbeitungszeiten von teils mehreren Monaten bei Auflassungsvormerkungen und Grundschulden ein. Für den Rückstau führt die Behörde ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren an.
Neben generellem Personalmangel und Personalabgängen hätten krankheitsbedingte Ausfälle sowie anhaltend hohe Eingangszahlen die Arbeitsabläufe belastet. Zudem wirke sich die Einführung der elektronischen Aktenführung aus, die im Herbst 2025 vollzogen wurde und zunächst zusätzlichen Aufwand erforderte.
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Zwar wurde die Zahl der Grundbuchführer nach Angaben des Gerichts aufgestockt, wodurch die Rückstände in diesem Teilbereich weitgehend abgebaut werden konnten. Allerdings fehlen weiterhin qualifizierte Rechtspfleger, die für die rechtliche Prüfung und Freigabe entscheidender Vorgänge zuständig sind.
Entlastung durch Fachkräfte erst mittelfristig erwartet
Um das Personaldefizit auszugleichen, sind ab Anfang Oktober neue Kräfte im Einsatz. Eine unmittelbare Lösung des Problems stellt dies nach Einschätzung der Behörde jedoch nicht dar. Wegen der erforderlichen Einarbeitung und der hohen Spezialisierung im Grundbuchrecht sei erst mittelfristig mit spürbarer Unterstützung im laufenden Betrieb zu rechnen.
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Das Amtsgericht stellte zugleich in Aussicht, dass Neuanträge künftig in der Regel wieder innerhalb weniger Wochen bearbeitet werden sollen. In Notarkreisen ist von einer solchen Beschleunigung bislang allerdings noch nichts spürbar. Die Beteiligten verweisen weiterhin auf Verzögerungen, die die Abwicklung von Immobiliengeschäften und die Auszahlung von Krediten erheblich erschweren.
