Gründungen, Deutschland

Gründungen: Deutschland nur im Mittelfeld – 9,7 Start-ups pro 100 Mio.

05.06.2026 - 10:14:15 | boerse-global.de

Studie zeigt: Deutschland liegt bei Hochschul-Ausgründungen im unteren Mittelfeld. Gründer betonen Mut und Anpassungsfähigkeit als Schlüssel zum Erfolg.

Gründungs-Hürden in Deutschland: Resilienz wichtiger als Innovation
Gründungen - Eine Gruppe von Gründern diskutiert und präsentiert in einem modernen Konferenzraum, Symbole für Innovation und Zusammenarbeit. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fünf Unternehmensgründer berichteten heute auf der Südwest-Messe in Schwenningen über die oft unterschätzten Hürden der Selbstständigkeit. Ihre Kernbotschaft: Technische Innovation allein reicht nicht. Entscheidend sind vor allem Resilienz und die Fähigkeit, sich schnell an Marktveränderungen anzupassen.

Ergänzt wurden die Praxisberichte durch eine aktuelle Studie. Sie verortet Deutschland im internationalen Vergleich der universitären Gründungsaktivitäten nur im unteren Mittelfeld. Ein Ergebnis, das nachdenklich stimmt.

„Mut ist wichtiger als perfekte Bedingungen“

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Ähnliche Erkenntnisse gab es bereits Anfang der Woche. Beim sechsten Startup Beach der Handwerkskammer Koblenz betonte Unternehmer Sascha Böhr vor rund 250 Teilnehmern: Mut, Ausdauer und die Identifikation des richtigen Kunden seien maßgeblicher als die Suche nach perfekten Rahmenbedingungen.

Ein Paradebeispiel für diese These liefert die ecsec GmbH. Das bereits 2009 gegründete Unternehmen musste seine Strategie komplett überdenken. Grund: Die Einführung des elektronischen Rezepts verzögerte sich um mehr als zehn Jahre. Mit Förderung durch das BayTOU-Programm gelang der Kurswechsel. Heute arbeitet die Firma an Lösungen für europaweite elektronische Geschäftsprozesse.

Deutschland hinkt bei Hochschul-Ausgründungen hinterher

Eine Untersuchung der Technischen Universität München und der Universität Trier zeigt die strukturellen Defizite. Pro 100 Millionen Euro Budget entstehen in Deutschland statistisch nur 9,7 Start-ups. Damit liegt die Bundesrepublik im unteren Mittelfeld der 36 untersuchten Länder.

Zum Vergleich: Andorra führt das Ranking mit 52,2 Start-ups pro investierter Summe an, gefolgt von Estland (29,3) und Frankreich (20,8). Die Studienautoren schätzen, dass pro Universität in einem Zeitraum von zehn Jahren rund 85 Gründungen fehlen. Ein enormes Potenzial bleibt ungenutzt.

Nischen-Innovationen aus Food-Tech und Gesundheit

Trotz der Hürden gibt es Erfolgsgeschichten. Das 2021 gegründete Unternehmen Planet A Foods hat mit ChoViva eine kakaofreie Schokolade entwickelt. Sie soll bis zu 92 Prozent der CO?-Emissionen einsparen. Hintergrund: Experten prognostizieren, dass die weltweite Kakaoproduktion innerhalb der nächsten zehn Jahre um die Hälfte sinken könnte.

Im Gesundheitssektor setzt Dr. MaxHealth auf Künstliche Intelligenz. Das im Mai 2025 gegründete Start-up analysiert Bluttests und will chronische Erkrankungen bis zu fünf Jahre im Voraus erkennen. Nach Abschluss der Pilotprojekte ist der Marktauftritt für Sommer 2027 geplant.

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Neue Räume für die Gründerszene

Der Austausch zwischen Jungunternehmern steht im Juni 2026 im Fokus. Auf Fehmarn treffen sich vom 4. bis 6. Juni Gründer aus mehreren Bundesländern. Themen: Cybersicherheit und der Fehmarnbelt-Tunnel.

In Düsseldorf eröffnete am 2. Juni das STUDIO BRICK – ein neuer Kreativspace für Designprojekte und Workshops. Stuttgart wiederum plant die Konferenz „About Next“ am 13. Juni. Sie verbindet Technologie mit Kreativwirtschaft. Und der „Offline Social Club“ versucht seit Anfang Juni, mit smartphone-freien Veranstaltungen neue soziale Interaktionsformen zu etablieren.

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