Gründer-Fehler: IHK warnt vor Defiziten bei Steuerplanung
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen Stellungnahme hat Petra Göbbels von der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor erheblichen Defiziten bei der Gründung neuer Unternehmen gewarnt. Laut der Expertin scheitern Gründer immer wieder systematisch an der steuerlichen Ausgabenplanung. Als Hauptursache für diese Entwicklung identifizierte sie eine unzureichende Finanzplanung, die viele junge Unternehmen bereits in der Startphase vor existenzielle Herausforderungen stelle.
Nachwirkungen des Gründungsbooms und strukturelle Defizite
Die Vertreterin der IHK ordnete die beobachteten Probleme in den Kontext des Gründungsbooms ein, der im Jahr 2025 zu verzeichnen war. In diesem Zeitraum traten vermehrt junge Gründer sowie Personen auf, die eine selbstständige Tätigkeit im Nebenerwerb, sogenannte Side-Hustles, begannen. Gerade in diesem Segment zeigten sich laut Göbbels deutliche Kalkulationsprobleme. Die steuerlichen Verpflichtungen und die langfristige Liquiditätsplanung würden oft unterschätzt, was zu vermeidbaren wirtschaftlichen Schieflagen führe. Das systematische Scheitern bei der Planung von Ausgaben sei dabei ein wiederkehrendes Muster, das den langfristigen Erfolg der Neugründungen gefährde.
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Fehlendes Marktverständnis und bürokratische Hürden
Über die rein monetären Aspekte hinaus benannte Göbbels weitere Faktoren, die den Erfolg von Start-ups und Einzelunternehmen behindern. Ein häufiger Fehler sei das Fehlen einer echten Problemlösung durch das jeweilige Geschäftsmodell. Viele Gründer würden zudem versäumen, frühzeitig und systematisch Kundenfeedback einzuholen, um ihr Angebot am Markt zu validieren. Ohne diese Rückkoppelung entwickelten sich Produkte oder Dienstleistungen oft am Bedarf der Zielgruppe vorbei. Neben diesen internen Versäumnissen nannte die Expertin die Bürokratie als eine zusätzliche, häufige Fehlerquelle und Belastung, die Gründern im Alltag Schwierigkeiten bereite.
Anforderungen an eine erfolgreiche Unternehmensführung
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, verwies die IHK-Expertin auf eine Reihe notwendiger Maßnahmen. Zentral sei eine belastbare Finanzplanung, die alle steuerlichen Eventualitäten von Beginn an berücksichtigt. Zudem betonte sie die Bedeutung der fachlichen Qualifikation der Gründer. Ein Businessplan dürfe kein bloßes Dokument für die Finanzierung sein, sondern müsse ein konkretes Problem für die Zielgruppe lösen und auf echtem Kundenfeedback basieren. Nur durch eine fundierte Vorbereitung und die Bereitschaft, das eigene Modell kontinuierlich anzupassen, ließen sich die Überlebenschancen am Markt signifikant steigern.
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Trotz der harten Kritik an der aktuellen Planungspraxis plädierte Göbbels für einen entspannteren gesellschaftlichen Umgang mit unternehmerischem Scheitern. Sie riet dazu, Misserfolge als Teil eines Lernprozesses zu betrachten. Der konstruktive Umgang mit Fehlern sei ein wesentlicher Bestandteil der unternehmerischen Entwicklung und könne die Grundlage für spätere Erfolge bilden.
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